Die Police einer Lebensversicherung ist wie Bargeld. Deshalb darf ein Versicherer auch an eine nicht zum Empfang berechtigte Person Leistungen erbringen, wenn ihr die Police – der Versicherungsschein – vorgelegt wird. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz (Az: 10 U 595/01) klargestellt. Geklagt hatte die Kundin eines Versicherungsmaklers. Sie hatte ihm die Policen von zwei von ihr abgeschlossenen Kapitallebensversicherungen ausgehändigt. Der Makler hatte beide Verträge anschließend ohne Rücksprache mit seiner Kundin gekündigt, wobei er nur der Kündigung ­einer Versicherung ein von der Kundin unterschriebenes „Versicherungsmakler-Mandat“ beilegte. Der Versicherer überwies die Rückkaufswerte für beide Versicherungen auf das in den Schreiben genannte Konto des Versicherungsmaklers.

Das Oberlandesgericht Koblenz entschied jetzt, dass der Versicherer der Kundin nur den Rückkaufswert für die Versicherung erstatten muss, bei der dem Kündigungsschreiben kein Maklermandat beilag.

Tipp: Geben Sie Ihre Policen nicht leichtfertig an einen Makler oder andere weiter. Kopien reichen aus, um den Versicherungsschutz überprüfen zu lassen.

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