Der Ombudsmann für Versicherungen, Wolfgang Römer, wirft Lebensversicherern vor, die Kunden vor einem Vertrag nicht ausreichend zu informieren. Anhand „nicht weniger“ Beschwerden sei erkennbar, „dass Versicherer und deren Vermittler nicht die Gelegenheit nutzen, die potenziellen Versicherungsnehmer über das Produkt, mögliche Varianten und deren Vor- und Nachteile aus Kundensicht zu informieren“, schreibt er in seinem Jahresbericht. Auch seien „die Mitteilungen während der Vertragslaufzeit nicht immer geeignet“, die Kunden zu informieren. Nach Römers Eindruck haben viele Kunden das Produkt nicht einmal in groben Zügen verstanden.

Beschwerden über private Renten- und Lebensversicherungen liegen mit 38 Prozent aller beim Ombudsmann eingegangenen Beschwerden an der Spitze der Statistik (siehe Immer mehr Beschwerden). Römer führt die starke Zunahme auf das verbraucherfreundliche Urteil des Bundesgerichtshofs zurück, der zu geringe Auszahlungen für gekündigte Verträge beanstandete. Viele Versicherungsunternehmen setzen das Urteil nur zögerlich um.

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