Haben Kunden sämtliche Versicherungs­unterlagen erhalten, bevor sie einen Lebens­versicherungs­vertrag unter­schreiben, können sie nicht Jahre später noch Wider­spruch einlegen. Das Ober­landes­gericht München entschied: Selbst wenn der Versicherer eine Kundin zu Beginn des Vertrags nicht ordnungs­gemäß über ihr befristetes Rück­tritts­recht informiert hat, lässt sich daraus kein „ewiges Rück­tritts­recht“ ableiten (Az. 14 U 875/14). Die übliche Widerrufs­frist beträgt bei Lebens­versicherungen 30 Tage. Ein zeitlich unbe­grenztes Recht zu widerrufen hat der Bundes­gerichts­hof hingegen bei Lebens­versicherungs­verträgen anerkannt, die nach dem „Policenmodell“ zwischen 1994 und 2007 geschlossen wurden. Wurde ein Kunde damals nicht über sein Widerrufs­recht aufgeklärt, kann er eine Rück­abwick­lung des Vertrags verlangen. Das ist interes­sant, wenn jemand bei einer Vertrags­kündigung weniger Geld heraus­bekommt, als er an Beiträgen gezahlt hat.

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