Lebensversicherung Meldung

Aktiv werden: Millionenfach sollten Kunden von Lebens­versicherern Geld nachfordern.

Versicherer werden zu geringe Auszahlungen nicht von sich aus korrigieren. Das hat der Präsident des Versicherungsverbandes GDV, Bernhard Schareck, Ende März in Berlin klar- gestellt. Einen Nachschlag auf eine bei Kündigung einer Lebensversicherung zu knappe Auszahlung kann nur bekommen, wer dies von seinem Versicherer fordert. Von sich aus werde die Branche nicht aktiv.

Für die Forderung reicht ein formloses Schreiben. Ist es beim Versicherer eingegangen, stoppt die Verjährungsfrist. Wer bis Ende 2001 gekündigt hat, sollte bis Ende 2006 handeln.

Nachfordern können viele Kündiger, denn oft bekamen sie zu wenig Geld. Am 12. ­Oktober 2005 hatte der Bundesgerichtshof ihnen ein Recht auf eine Nachzahlung eingeräumt (Az. IV ZR 162/03, IV ZR 177/03, IV ZR 245/03). Bei Verwendung unklarer Klauseln in den Versicherungsbedingungen konnten Kunden nicht erkennen, wie viel Geld sie bei einer Kündigung des Vertrags in den ersten Versicherungsjahren verlieren ­würden, so die Richter. Wir berichteten ­in Finanztest 4/06: Lebensversicherung).

Leider hat der Bundesgerichtshof die Versicherer nicht dazu verpflichtet, Betroffene von sich aus anzuschreiben. Das Urteil bezieht sich vornehmlich auf Verträge, die zwischen Mitte 1994 und 2001 geschlossen und inzwischen gekündigt wurden. Es können klassische Renten- und Kapitallebensversicherungen sein, aber auch fondsgebundene Verträge und Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr.

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