Lebens­versicherung Mehr Durch­blick für Kunden

Lebens­versicherung - Mehr Durch­blick für Kunden
Ab Juli 2018 müssen Versicherungs­unternehmen ihre Kunden einmal im Jahr umfassender als bisher informieren. © Fotolia / Michael Möller

Versicherungs­unternehmen müssen Kunden künftig besser über den Stand ihrer Lebens­versicherung und privaten Renten­versicherung informieren. Sie müssen zwar schon jetzt allen Kunden eine jähr­liche Stand­mitteilung mit Informationen zum Vertrag schi­cken. Doch ab Juli 2018 müssen alle Mitteilungen genauere Angaben enthalten. Der Bundes­tag hat das Versicherungs­vertrags­gesetz geändert und den Versicherern strengere Vorgaben gemacht. test.de informiert.

Über­schüsse

Neu ist, dass der Versicherer dem Kunden mitteilen muss, wie hoch die Über­schüsse sind, die bereits jetzt garan­tiert sind, und wie hoch der Teil ist, der noch nicht fest­steht, weil er von der künftigen Entwick­lung des Kapitalmarktes abhängig ist.

Rück­kaufs­wert

Der Versicherer ist jetzt verpflichtet, in der Stand­mitteilung den aktuellen Rück­kaufs­wert zu nennen. Das ist der Betrag, den der Kunde bekommt, wenn er seinen Vertrag kündigt. Auch muss das Unternehmen darüber informieren, wie hoch die Auszahlung am Ende der Vertrags­lauf­zeit ist, wenn der Kunde seinen Vertrag jetzt beitrags­frei stellt.

Todes­fall­leistung

Wenn der Versicherte stirbt, haben seine Hinterbliebenen Anspruch auf einen bestimmten Betrag. Der Versicherer muss in der Stand­mitteilung informieren, wie viel Geld sie bekommen, wenn der Versicherte jetzt stirbt.

Auch für Riester-Kunden

Die neuen Rege­lungen zur Stand­mitteilung gelten für alle bestehenden Verträge. Dazu gehören auch Riester- und Rürup-Policen sowie Direkt­versicherungen und Pensions­kassen. Bei ab 1. Juli 2018 neu abge­schlossen Verträgen muss das Versicherungs­unternehmen in künftigen Stand­mitteilungen zusätzlich auch die Summe der bisher vom Kunden gezahlten Beiträge nennen.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 19.06.2018 um 14:15 Uhr
Inwieweit Überschussbeteiligung garantiert

@PDV: Der Versicherer muss nun angeben "inwieweit" die ausgewiesene Überschussbeteiligung "garantiert" ist. Er muss also die Überschussbeteiligung sowie die zum Zeitpunkt der Standmitteilung bereits garantierten Überschüsse separat ausweisen. Es reicht nicht aus "einen Gesamtbetrag etwa zur Ablaufleistung im Erlebensfall einschließlich der garantierten und der nicht garantierten (prognostizierten) Überschüsse anzugeben", so die Versicherungsaufsicht Bafin.
www.test.de/Lebensversicherung-Mehr-Durchblick-fuer-Kunden-5332792-0/#comments
(maa)

PDV am 19.06.2018 um 12:10 Uhr
Blick in die Glaskugel?

Wenn Versicherer tatsächlich angeben müssten, "wie hoch der Teil ist, der noch nicht fest­steht, weil er von der künftigen Entwick­lung des Kapitalmarktes abhängig ist", dann wäre das ein Blick in die Glaskugel :)
Pflichtangaben ab 01.07. sind:
1.) Garantierte (!) Ablaufleistung bei unveränderter Fortführung
2.) Garantierte (!) Ablaufleistung bei Beitragsfreistellung
3.) Todesfall-Leistung
4.) Eingezahlte Beiträge (nur für Neuverträge)
Grundsätzlich müssen Versicherer keine Prognosen abliefern: Wenn aber ein Versicherer Prognosen getätigt hat zur künftigen Entwicklung, muss er auf Abweichungen von der tatsächlichen Entwicklung von den anfänglichen Angaben hinweisen. Aber das war bereit in der alten Fassung des §155 so festgeschrieben.
Details gibt es auf unserer Website unter https://www.policendirekt.de/magazin/standmitteilungen-lebensversicherung-strengere-regeln-im-sinne-des-kunden/ und direkt in der Drucksache des Bundestages (Seite 22) http://dipbt.bundestag.de/dip21/brd/2017/0533-17.pdf