Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin hat neue Musterbedingungen für die Lebensversicherungen erarbeitet. Sie sollen den Kunden besser als bisher erklären, was mit ihrem Geld im Vertragsverlauf geschieht.

Die Unternehmen werden die Bedingungen künftig weitgehend verwenden, erwartet Peter Präve vom Gesamtverband. Die Allianz Versicherung, die aufgrund eines Urteils des Stuttgarter Oberlandesgerichts zu einer Bedingungsänderung verpflichtet war, stattet als bisher einziges Unternehmen auch bestehende Verträge mit neuen Bedingungen aus.

Die Musterbedingungen versuchen unter anderem, dem Kunden das so genannte Zillmerverfahren zu erklären. Es bewirkt hohe Provisionen für den Vermittler, der einen Kapitallebens- oder privaten Rentenversicherungsvertrag zum Abschluss bringt. Das Geld wird aus den Spargeldern des Kunden abgezweigt. In Verträgen, denen die neuen Bedingungen zugrunde liegen, steht jetzt deutlich, dass der Provisionsbetrag bis zu 4 Prozent der Beiträge ausmachen kann. Wenn während der Vertragslaufzeit insgesamt 100.000 Mark Beiträge zu zahlen sind, können also bis zu 4.000 Mark als Provision an den Vermittler gehen.

Die neuen Bedingungen verdeutlichen außerdem, dass die Kunden an den Überschüssen beteiligt werden, die beim Jahresabschluss des Unternehmens festgestellt werden. Bisher hatte es geheißen, dass die Überschüsse nach den Vorschriften des Versicherungsaufsichtsgesetzes und des Handelsgesetzbuchs ermittelt wurden. Die neue Formulierung stellt klar, dass die Unternehmen mit entscheiden, wie viel Überschüsse ihre Kunden bekommen.

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