Lebensversicherung

Garantie und mehr: So wird eine Lebensversicherung verzinst

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Kunden mit einer Kapitallebensversicherung oder einer privaten Rentenversicherung bekommen immer weniger Geld. Der Garantiezins für neu abgeschlossene Verträge ist Anfang 2012 erneut gesunken, von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent.

Weil der Zins nur auf das gewährt wird, was vom Beitrag übrigbleibt, kommt außerdem nur ein Teil beim Kunden an. In ungünstigen Fällen kann die garantierte Rendite auf die Beiträge nahe null Prozent liegen oder sogar negativ sein.

Überschüsse können die Verzinsung der Beiträge verbessern. Doch dafür gibt es keine Garantie. Im Jahr 2012 zahlen die Lebensversicherungsunternehmen im Durchschnitt 3,91 Prozent aus Garantiezins und Überschüssen – vor Kosten. Im Jahr 2004 betrug die durchschnittliche Gesamtverzinsung noch 4,4 Prozent.

Überschüsse, an denen sie die Kunden beteiligen müssen, erwirtschaften die Versicherer an verschiedenen Stellen. Sie beteiligen die Kunden zum Beispiel zu mindestens 90 Prozent an den Zinsgewinnen aus Kapitalerträgen, die über den Garantiezins hinausgehen.

Wenn Geld übrigbleibt

Außerdem erhalten die Kunden mindestens 75 Prozent vom Risiko- und 50 Prozent vom Kostenüberschuss. Diese Überschüsse entstehen, wenn mehr Geld übrigbleibt, als vom Versicherungsunternehmen kalkuliert.

Sterben weniger Lebensversicherungskunden vor Vertragsende, sodass der Versicherer weniger Todesfallleistungen auszahlen muss, entsteht ein Risikoüberschuss. Hat die Versicherungsgesellschaft weniger Verwaltungs- und Abschlusskosten als kalkuliert, gibt es einen Kostenüberschuss.

Seit 2008 gibt es auch noch eine Mindestbeteiligung an den stillen Reserven. Sie heißen auch Bewertungsreserven und entstehen, wenn der Wert eines Wertpapiers oder einer Immobilie jetzt höher ist als der Preis, den das Versicherungsunternehmen beim Kauf bezahlt hat. Laut Versicherungsvertragsgesetz müssen Kunden mit 50 Prozent an den stillen Reserven beteiligt werden – am Ende des Vertrags.

Auch einen Teil der anderen Überschüsse gibt es bei vielen Versicherern erst am Vertragsende – als Schlussüberschuss. Der Kunde bekommt ihn nur vollständig, wenn der Vertrag regulär abläuft. Bei Kündigung oder Tod des Kunden ist es je nach Versicherer und Zeitpunkt oft nur wenig oder gar nichts. Oft ist nicht zu erkennen, ob der Schlussüberschuss stille Reserven enthält oder der Versicherer diese noch nachzahlen muss.

Lebensversicherung - Kunden an Reserven beteiligen

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13 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 24.05.2012 um 15:07 Uhr
Musterbrief

@ludwig.meissler: Bei Problemen mit der eigenen Lebensversicherung kann man sich an die Verbraucherzentrale wenden - siehe http://www.vzhh.de/versicherungen/172338/allianz-david-gegen-goliath.aspx

opticlean am 17.05.2012 um 02:02 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

rheintext am 11.05.2012 um 17:14 Uhr
Wie ist das bei Direktversicherungen?

Kann ich als Begünstigter aus einer Direktversicherung Auskunft bzw. Anspruch auf Beteiligung an den Bewertungsreserven verlangen/erheben? Ich bin ja nicht der Versicherungsnehmer (der ist ja mein Arbeitgeber)?

SWT4 am 11.05.2012 um 16:58 Uhr
Lebensversicherung, Auszahlungsanteile

Selbst wenn das Vorhandensein von Reserven ersichtlich ist, wie erkenne ich denn das Versicherer-Statement: "Sind in Ihrer Auszahlung bereits enthalten" als richtig oder als falsch ?

mud am 10.05.2012 um 10:25 Uhr
Lebensversicherung / Stille Reserven

Meine Lebensversicherung bei der Hannoverschen wurde im November 2008 ausgezahlt. Hatte dieses Unternehmen zum maßgebenden Zeitpunkt stille Reserven?
Gruß mud