Eine Lebensversicherung müssen Arbeitslose nicht auflösen, bevor sie Arbeitslosengeld II (ALG II) beantragen, wenn die Auflösung mit großen Verlusten verbunden wäre.

Das ist der Fall, wenn ein ­Betroffener bei der Auflösung weniger als 90 Prozent seiner Einzahlungen ausgezahlt bekäme. Die Auflösung gilt dann als „offensichtlich unwirtschaftlich“, die Behörde rechnet den Zeitwert der Versicherung nicht als Vermögen an. Dadurch sind junge Verträge meist geschützt. Gerade in den Anfangsjahren einer Lebensversicherung ist der Unterschied zwischen den Einzahlungen und dem Wert der Versicherung bei Auflösung (Rückkaufswert) enorm.

Beispiel: Ein Kunde hat 6 000 Euro Versicherungsbeiträge eingezahlt. Wenn er nun den Vertrag kündigt und nur 5 000 Euro Rückkaufswert erhielte, verlöre er 1 000 Euro und bekäme nur rund 83 Prozent seiner Einzahlungen zurück. Würde der Kunde ALG II beantragen, würden die 5 000 Euro Rückkaufswert also nicht angerechnet.

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