Checkliste: Vertrag prüfen, Nachschlag fordern

  • Vertrag prüfen. Der Bundesgerichtshof (BGH) urteilte über klassische Kapitallebensversicherungen, klassische private Rentenversicherungen und fondsgebundene Rentenversicherungen, die Kunden des Deutschen Rings zwischen Mitte 2001 und Ende 2006 abgeschlossen hatten. Da diese Versicherungsgesellschaft die nun vom BGH kassierten Bedingungen auch noch bis Ende 2007 verwendet hat, sind auch im Jahr 2007 geschlossene Verträge von der Entscheidung betroffen. Der Bund der Versicherten rechnet zudem damit, dass der BGH in den noch anstehenden Urteilen gegen andere Lebensversicherer auch Kunden mit fondsgebundenen Lebensversicherungen zu einem höheren Rückkaufswert verhilft.
  • Versicherer anschreiben. Nicht nur der Deutsche Ring, auch das Gros der anderen Lebensversicherer hat die nun vom BGH verworfenen Klauseln von Mitte 2001 bis Ende 2007 verwendet. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat deshalb weitere Unternehmen verklagt. Wenn Sie zwischen Mitte 2001 und Ende 2007 einen Vertrag geschlossen und ihn vorzeitig gekündigt oder beitragsfrei gestellt haben, können Sie von Ihrer Versicherungsgesellschaft schon jetzt vorsorglich einen Nachschlag verlangen. Das ist sinnvoll, wenn Ihnen der Versicherer nach einer Kündigung – grob gesagt – weniger als die Hälfte der Beiträge ausgezahlt hat. Einen Musterbrief bietet die Verbraucherzentrale Hamburg im Internet an unter www.vzhh.de.
  • Frist wahren. Ansprüche aus einer Lebensversicherung verjähren nach drei Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt am 1. Januar des auf die Vertragskündigung folgenden Jahres. Sie wird unterbrochen durch eine Beschwerde beim Versicherungsombudsmann. Weitere Informationen finden Sie unter www.versicherungsombudsmann.de. Von sich aus gehen die Versicherer nicht auf ihre Kunden zu. Sie müssen selbst aktiv werden und eine Nachzahlung fordern.
  • Informationen einfordern. Oft gibt der Versicherer nach einer Kündigung den Rückkaufswert ohne weitere Erklärungen an – und Sie können ihn nicht nachvollziehen. Sie haben jedoch Anspruch darauf, dass der Versicherer erläutert, wie die Auszahlungssumme nach einer Vertragskündigung zustande gekommen ist. Das entschieden das Landgericht München I (Az. 31 S 8182/06) und das Landgericht Hamburg (Az. 302 O 147/06).

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