Noch in diesem Jahr werden zahlreiche Gesellschaften abermals die Überschussbeteiligungen ihrer Lebensversicherungen kappen. Grund ist die Dauerkrise an den Kapitalmärkten. Früher investierten nur wenige Versicherer die Gelder ihrer Kunden in Aktien, während des Börsenbooms schwenkten viele um. Oft so spät, dass sie zu Höchstpreisen Aktien kauften, die heute wesentlich weniger wert sind. Außerdem sanken die Zinsen für festverzinsliche Wertpapiere – ein Großteil ihrer Investitionen – in den letzten zehn Jahren von 8 auf 5 Prozent. Einige Unternehmen nähern sich damit der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestverzinsung: 3 Prozent für Verträge von vor 1986 und 3,5 Prozent für Policen von 1986 bis Ende 1993. Ab 1994 sind es 4 Prozent, seit Juli 2000 nur noch 3,25. Derweil denken kleinere Unternehmen bereits über Auffangpools und Fusionen mit Großgesellschaften nach, um überhaupt zahlen zu können. Trotz Mini-Rendite: Den Vertrag zu kündigen, lohnt in den meisten Fällen nicht.

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