Geld nachfordern

Auch bei beitragsfrei gestellten Lebensversicherungen sind viele Kunden in der Vergangen­heit zu schlecht gestellt ­worden.

Es kann sich lohnen, seinem Lebensversicherer einen Brief zu schreiben: Denn durch hohe Abschlusskosten bei Vertragsbeginn und Stornoabzüge ist bei vielen zwischen 1994 und 2001 geschlossenen und inzwischen gekündigten oder beitragsfrei gestellten Lebensversicherungsverträgen den Kunden zu wenig Geld gutgeschrieben worden.

War der mögliche Verlust für den ­Versicherten nicht erkennbar, muss die Versicherungsgesellschaft nachzahlen. Das entschied der Bundesgerichtshof am 12. Oktober 2005 (Az. IV ZR 162/03; Az. IV ZR 177/03; Az. IV ZR 245/03).

Finanztest bietet unter www.finanztest.de/lv-rueckkauf einen Musterbrief für die Nachforderung an.

Sie ist berechtigt, wenn aus den zum ­Vertrag gehörenden Versicherungsbe­dingungen nicht klar hervorgeht, in ­welchem Maße Abschlusskosten bei ­Ausstieg oder bei Zahlungsstopp in den Anfangsjahren oder Stornoabzüge ­Verluste verursachen. Stornoabzüge fallen nicht nur bei Vertragskündigung, sondern oft auch bei Beitragsfreistellung an. Bei berechtigter Forderung erhält der Kunde einen Nachschlag.

Wer nicht weiß, ob ihm Geld zusteht, sollte trotzdem schreiben. Damit ist seine Forderung im Raum und wird möglicherweise einfach erfüllt. Die Versicherer sind zwar von der Aufsichtsbehörde angewiesen worden, bei beitragsfrei gestellten Verträgen von sich aus zu handeln. Ob sie das wirklich tun, wissen Kunden aber nicht. Nachhaken ist besser.

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