Lebensversicherung Meldung

Kunden von Lebensversicherungen bekommen derzeit Post: Die bisherige Klausel für die Verrechnung der Vertragsabschlusskosten müsse durch eine neue ersetzt werden. Hintergrund sind zwei Urteile des Bundesgerichtshofs. Er kippte Formulierungen in Verträgen, die ab 1995 abgeschlossen wurden. Grund: Sie machen dem Durchschnittskunden nicht ausreichend klar, dass von seinen Beiträgen oft einige Tausend Euro als Provisionen abgezwackt werden. Wirksam wird die Klausel im Fall einer vorzeitigen Vertragsauflösung: Da gibt es nach ein oder zwei Vertragsjahren oft gar nichts zurück. Zwar bezweifelt Wolfgang Scholl vom Verbraucherzentrale Bundesverband, dass die Gesellschaften die bisherigen Klauseln ohne ausdrückliche Kundenzustimmung zum Vertragsinhalt machen können: "Aber vorsichtshalber sollte man der Umstellung widersprechen", rät er.

Mittlerweile hat die Allianz einem Kunden, der sich auf die BGH-Urteile berief, Geld erstattet ­ wenn auch offiziell nur aus Kulanz.

Tipp: Wer eine ab 1995 geschlossene Lebensversicherung gekündigt hat, sollte die Erstattung der Abschlusskosten verlangen. Rechtsschutzversicherte können notfalls Klage erheben, ansonsten empfiehlt es sich, den Ausgang der Prozesse abzuwarten, die demnächst anstehen.

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