Garantie und Über­schüsse: So wird eine Lebens­versicherung verzinst

Kunden mit einer Kapital­lebens­versicherung oder einer privaten Renten­versicherung bekommen immer weniger Geld.

Garan­tiezins. Der Garan­tiezins für neuabgeschlossene Verträge sinkt Anfang 2015 von 1,75 auf 1,25 Prozent. Der Garan­tiezins ist der Zins, den Versicherer Kunden bei Vertrags­beginn höchs­tens zusichern dürfen. Er bezieht sich lediglich auf den Spar­anteil des Beitrags – also Einzahlung abzüglich Todes­fall­schutz, Vermitt­lerprovision und Verwaltungs­kosten. Weil der Zins nur auf das gewährt wird, was vom Beitrag übrigbleibt, kann die garan­tierte Rendite auf die Beiträge bei teuren Versicherern unter 0 Prozent liegen.

Über­schüsse. Die Versicherer können die Verzinsung der Beiträge durch Über­schüsse verbessern. Doch dafür gibt es keine Garantie. Im Jahr 2014 zahlen die Lebens­versicherungs­unternehmen im Durch­schnitt 3,4 Prozent aus Garan­tiezins und Über­schüssen. Im Jahr 2004 betrug die durch­schnitt­liche Verzinsung noch 4,4 Prozent. Vorher gehen jeweils die Kosten des Versicherers ab, sodass die Rendite auf den Beitrag deutlich nied­riger liegt.

Zins- und Kosten­über­schüsse. Über­schüsse erwirt­schaften die Versicherer an verschiedenen Stellen. Die Versicherer beteiligen die Kunden zu mindestens 90 Prozent an den Zins­gewinnen aus Kapital­erträgen, die über den Garan­tiezins hinaus­gehen. Außerdem erhalten die Kunden mindestens 50 Prozent vom Kosten­über­schuss: Wenn Versicherer weniger Kosten haben als kalkuliert, profitieren die Kunden.

Risiko­über­schüsse. Auch von ihren Risikogewinnen müssen die Versicherer etwas abgeben. Kunden bekommen künftig mindestens 90 Prozent statt 75 Prozent des Risiko­über­schusses. Bei Kapital­lebens­versicherungen und Risiko­lebens­versicherungen gibt es einen Risiko­über­schuss, wenn weniger Kunden vor Vertrags­ende sterben, als vom Versicherer kalkuliert. Denn dann müssen die Versicherer weniger Todes­fall­leistungen auszahlen. Bei Renten­versicherungen entsteht so ein Über­schuss, wenn die Kunden früher sterben als gerechnet. Denn die Versicherer müssen die lebens­lange Rente nicht so lange zahlen wie ursprüng­lich kalkuliert.

Schluss­über­schuss. Einen Teil der Über­schüsse gibt es erst am Vertrags­ende – als Schluss­über­schuss. Der Kunde bekommt ihn nur voll­ständig, wenn der Vertrag regulär abläuft. Bei vorzeitiger Kündigung ist es je nach Versicherer und Zeit­punkt nur wenig oder gar nichts.

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