Lebensversicherung Meldung

Wer im Jahr 2001 eine Lebensversicherung gekündigt hat, sollte vor Silvester handeln.

Kunden, die im Jahr 2001 eine Lebensversicherung gekündigt haben, sollten ihrem Versicherer bis zum 31. Dezember 2006 schreiben. Viele haben zu wenig Geld bekommen und können nachfordern. Die fünfjährige Verjährungsfrist läuft Ende 2006 ab. Der Bundesgerichtshof hatte die Nachforderungsansprüche am 12. Oktober 2005 festgelegt (Az. IV ZR 162/03, IV ZR 177/03, IV ZR 245/03). Je nach Vertrag kann es um mehrere Hundert Euro gehen.

Profitieren können vor allem Kunden, die zwischen Mitte 1994 und 2001 einen Lebensversicherungsvertrag geschlossen und inzwischen gekündigt haben. Grund für den Anspruch auf Nachzahlung sind unklare Klauseln in den Versicherungsbedingungen. ­Wurden sie benutzt, konnten Kunden nicht erkennen, wie viel Geld sie bei Kündigung in den ersten Versicherungsjahren verlieren ­würden, kritisierten die Richter.

Verwendet wurden die Klauseln in der genannten Zeit von sehr vielen Unternehmen für klassische Renten- und Kapitallebensversicherungen, für fondsgebundene Verträge und für Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr.

Wer einen Nachschlag auf die Auszahlung nach der Kündigung haben will, muss allerdings selbst aktiv werden. Der Bundesgerichtshof hat die Gesellschaften nicht dazu verpflichtet, Betroffene von sich aus anzuschreiben und eine zu niedrige Überweisung zu korrigieren.

Für eine Nachforderung reicht ein formloses Schreiben. Ist es beim Versicherer eingegangen, stoppt die Verjährung. Zwar begann die Frist nach Meinung von Verbraucherschützern erst mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom November 2005, sodass noch viel Zeit wäre. Doch die Versicherer sehen das anders. Eine Gerichtsentscheidung zu dieser Frage steht noch aus.

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