Kunden, die ihre Lebens- oder Renten­versicherung beitrags­frei gestellt haben, können jetzt mehr Geld verlangen. Ansprüche verjähren nicht nach drei Jahren ab Zeit­punkt der Beitrags­frei­stellung.

Beitrags­freie Verträge

Kunden, die keine Beiträge mehr für ihre Kapital­lebens­versicherung oder private Renten­versicherung zahlen, haben auch Jahre nach dem Einzahlungs­stopp noch Anspruch auf eine höhere beitrags­freie Versicherungs­summe. Dies gilt dann, wenn der Versicherer einen Storno­abzug kassiert hat, auf den er in den Vertrags­bedingungen nicht klar hingewiesen oder wenn er zu hohe Abschluss­kosten einbehalten hat. Ansprüche verjähren nicht nach drei Jahren ab dem Zeit­punkt der Beitrags­frei­stellung. Die Drei-Jahres-Frist gilt nur für gekündigte Verträge.

BGH-Urteile

Der Bundes­gerichts­hof (BGH) hat Kunden in mehreren Urteilen recht gegeben. Haben sie Mitte 1994 oder später eine Kapital­lebens­versicherung oder eine private Renten­versicherung abge­schlossen und vorzeitig gekündigt oder beitrags­frei gestellt, steht ihnen unter den genannten Bedingungen ein Nach­schlag zu.

Versicherer mauert

Finanztest-Leser Roland Löw verlangte von seinem Versicherer Swiss­life eine Erhöhung der Versicherungs­summe für seine zwei im Jahr 2002 beitrags­frei gestellten Verträge. Doch Swiss­life wimmelte ihn zunächst ab: Mögliche Ansprüche seien verjährt. „Für eine Neube­rechnung des Vertrages besteht daher keine Notwendig­keit“, so das Unternehmen.

Ombuds­mann hilft

Lebens­versicherung Meldung

Versicherungs­ombuds­mann Günter Hirsch verhalf einem Swiss­life-Kunden zu 2 848 Euro Nach­zahlung.

Nach einer Beschwerde Löws beim Versicherungs­ombuds­mann lenkte Swiss­life ein. Ihr Verjährungs­einwand sei ein Versehen und „selbst­verständlich unbe­gründet“. Löw bekomme die ungerecht­fertigten Storno­abzüge von insgesamt 2 848 Euro für beide Verträge gutgeschrieben. Auf Nach­frage von Finanztest teilte das Unternehmen mit, betroffene Kunden mit beitrags­freien Verträgen müssten ihre Ansprüche nicht anmelden. Die erhöhten Leistungen würden in der kommenden Stand­mitteilung ausgewiesen und die Kunden würden extra darauf hingewiesen.

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