Lebensversicherer überzeugen zurzeit Kunden mit Zinsen über Marktniveau, kurzfristig hohe Beträge bei ihnen zu parken. 2009 entfiel mit 21 Milliarden Euro fast ein Viertel der Beitragseinnahmen auf solche Einmalzahlungen für Sparverträge. Nun will die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) dieses Geschäft einschränken. Die Auflagen steigen und Kunden sollen einen Sparvertrag nicht mehr einseitig verlängern dürfen.

Die Bafin bremst, weil Versicherer für die Sparangebote anders als für Lebensversicherungsverträge jederzeit viel flüssiges Geld benötigen, um aussteigende Kunden zu versorgen. Auch will die Aufsichtsbehörde sicherstellen, dass die Sparangebote nicht „zu einer unangemessenen Benachteiligung der übrigen Versichertengemeinschaft führen“.

Branchenkenner vermuten, dass die hohen Zinsen nur möglich sind, wenn die Versicherer sich aus den Töpfen ihrer anderen Kunden bedienen, mit deren Beiträgen einst höher verzinste Wertpapiere angeschafft wurden. Die Bafin hat die Versicherer zunächst um Stellungnahme gebeten. Voraussichtlich ab Herbst soll die Anweisung verbindlich sein.

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