Lebens­mittel­kenn­zeichnung Meldung

Ab dem 13. Dezember müssen Lebens­mittel in der ganzen EU nach der neuen Lebens­mittel­informations­ver­ordnung gekenn­zeichnet sein. Im Fokus: All­ergene, Salz­gehalte, Fleisch und Tiefkühl­fisch. Die Verordnung wurde bereits 2011 verabschiedet, jetzt laufen viele Über­gangs­fristen aus. test.de erklärt die wichtigsten Neuerungen.

Mehr Angaben zu All­ergenen

All­ergene müssen in der Zutaten­liste deutlicher hervortreten, etwa durch gefettete Schrift oder Versalien. Auch wer Kuchen, Brot und Wurst lose an der Theke kauft, soll All­ergene wie Ei und Soja jetzt leicht identifizieren können. Wie das geschehen soll, ist allerdings noch nicht konkret fest­geschrieben. Geeignet wären Schilder, Aushänge oder ausliegende Ordner. Die Kenn­zeichnungs­pflicht für 14 Nahrungs­allergene galt bisher nur für Verpacktes. Sabine Schnadt vom Deutschen Allergie- und Asth­mabund bedauert: „Einzel­packungen wie Müsliriegel aus Groß­gebinden brauchen weiterhin keinen eigenen All­ergen­hinweis.“ Zudem sei noch nicht geregelt, ab welchem Gehalt unbe­absichtigte All­ergen­einträge (Spuren) gekenn­zeichnet sein müssen.

Mindest­schrift­größe fest­gelegt

Für Pflicht­angaben auf Verpackungen gilt nun eine Mindest­schrift­größe: Das kleine „x“ muss mindestens 1,2 Milli­meter groß sein. Auf kleineren Verpackungen, deren größte Fläche unter 80 Quadratzenti­meter liegt, reichen auch 0,9 Milli­meter aus. Verbraucherschützer sind mit dieser Regelung noch nicht glück­lich. „Die jetzt fest­gelegte Schrift­größe empfinden wir als zu klein“, sagt etwa Doris Gräfe von der Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen, „wir hatten 3 Milli­meter als Mindest­größe vorgeschlagen.“ Zudem fehle bislang auch eine verbindliche Regelung für Schrift­art, Farbe und Kontrast, die für die Lesbarkeit ebenfalls wichtig seien.

Genauere Infos auf Fleisch­produkten

Wenn Fleisch- und Fisch­produkte aussehen wie gewachsen, tatsäch­lich aber aus zusammengefügten Stücken bestehen, muss das Etikett darüber aufklären. Auch neu: Fleisch, Fleisch­zubereitungen und unbe­handelter Fisch aus Tiefkühlung dürfen nur unter Angabe des Einfrierdatums in den Handel. Ab April 2015 gilt für unver­arbeitetes Schweine-, Lamm-, Geflügel- und Ziegen­fleisch: Käufer müssen Aufzucht- und Schlacht­land der Tiere erkennen können. Bei Rind­fleisch sind diese Angaben in Deutsch­land bereits seit 2000 verpflichtend – im Rahmen der BSE-Krise war damals die Rind­fleischetikettierungs-Verordnung einge­führt worden.

Klarheit bei der Herkunft

Steht auf einem Lebens­mittel eine geografische Herkunfts­bezeichnung wie „Deutsches Erzeugnis“ oder „Grie­chischer Joghurt“, die das Gesamt­produkt betrifft, müssen Hersteller nun auch preis­geben, woher die Haupt­zutat stammt. Diese Kenn­zeichnung soll Verbraucher vor irreführenden Herkunfts­angaben schützen. Wurde etwa die für den „Italienischen Mozzarella“ verwendete Milch aus Frank­reich importiert, muss von nun an der Hinweis „Hergestellt in Italien aus französischer Milch“ auf der Verpackung stehen.

Salz­gehalt gehört in die Nähr­wert­tabelle

Wenn Anbieter freiwil­lig Nähr­wert­tabellen aufs Etikett drucken, gehören die Salz­gehalte nun dazu. Die fehlten bisher oft oder waren mit dem Salz­bestand­teil Natrium nur unvoll­ständig genannt. Pflicht für Verpacktes sind Nähr­wert­tabellen aber erst ab Dezember 2016. Zur besseren Vergleich­barkeit sollen sämtliche Nähr­wert­angaben ab dann auch immer für die Menge 100 Gramm beziehungs­weise 100 Milliliter angegeben werden.

Warnhin­weis auf Energy-Drinks

Umfrage Lebens­mittel­kenn­zeichnung

Umfrage

Was halten Sie von der neuen Lebensmittelinformationsverordnung?

Ergebnisse

Auf koffeinhaltigen Lebens­mitteln wie Kaffee­mixgetränken oder Energy Drinks müssen Anbieter ab 2014 gut sicht­bar den Warnhin­weis „Für Kinder und Schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ platzieren. Bislang war nur die Angabe „erhöhter Koffein­gehalt“ bei einer Menge von mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter verpflichtend. Die Angabe, dass Verbraucher Energy Drinks nicht mit alkoholischen Getränken oder bei anstrengender sport­licher Aktivität trinken sollten, ist freiwil­lig.

Fette und Öle beim Namen nennen

Öle und Fette aus pflanzlicher Herkunft wurden bislang im Zutaten­verzeichnis von Lebens­mitteln wie beispiels­weise Plätz­chen, Studentenfutter oder Brot­aufstrichen meist nur als „pflanzliche Öle“ oder „pflanzliche Fette“ zusammengefasst. Um welche Öle und Fette es sich genau handelt, war so für den Verbraucher oft nicht erkenn­bar. Ab Dezember müssen nun zusätzlich alle enthaltenen Öle und Fette mit der genauen Bezeichnung – zum Beispiel als Sojaöl oder Palmöl – auf der Verpackung stehen. Handelt es sich um gehärtetes Fett oder Öl, wie zum Beispiel bei Margarine, muss es nun korrekt „ganz gehärtet“ oder „teil­weise gehärtet“ heißen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 19 Nutzer finden das hilfreich.