Lebensmittel aus Japan Meldung

In Japan ist radioaktiv belastetes Essen eine große Gefahr. Hier aber muss niemand auf Sojasoße und Sake verzichten.

Wie gefährlich sind Lebensmittel aus Japan?

Was jetzt aus Japan in den Regalen liegt, wurde überwiegend vor den Unglücken dort produziert. Erst seit Mitte April erreichen überhaupt Schiffe mit eventuell radioaktiv belasteter Ladung deutsche Häfen – und auch das nur vereinzelt. Beruhigend: Erste Analysen von Lebensmitteln, die per Flugzeug nach Deutschland kamen, ergaben Messwerte weit unter den Höchstwerten.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gibt es für deutsche Verbraucher?

Produkte aus den betroffenen Regionen, die nach dem Erdbeben in den Export gingen, dürfen die EU-Grenze nur an wenigen Kontrollstellen passieren. Dazu muss ein Gesundheitszeugnis aus Japan bescheinigen, dass keine erhöhte radioaktive Belastung vorliegt. Die Strahlung wird bei der Einfuhr stichprobenartig untersucht. Die EU hat zudem Radioaktivitäts-Grenzwerte für Lebensmittel aus Japan be- schlossen, die für alle Mitgliedsstaaten gelten. Sie wurden – nach Kritik – erst kürzlich noch strenger gefasst.

Was importieren wir aus Japan?

Nur 0,1 Prozent aller Nahrungs- und Genussmittel, die eingeführt werden, stammen aus Japan. Den Großteil machen Sojasoßen, aromatisierter Tee, Teigwaren wie Udon-Nudeln und Alkoholika wie Reiswein aus. Das dicht besiedelte Japan ist selbst auf Lebensmittelimporte angewiesen.

Was ist mit Fisch?

Dass Fisch aus dem Pazifik deutsche Verbraucher gefährden könnte, schließen Fischereiökologen derzeit aus. Nahe dem Kernkraftwerk Fukushima, wo radioaktiv belastetes Wasser ins Meer gelangte, werden in Fisch zwar erhöhte Werte für radioaktives Cäsium und Jod gemessen. Cäsium aber wird durch die Strömung verteilt und so sehr verdünnt, Jod hat zudem eine geringe Halbwertszeit. So ist etwa in der mehr als 2 500 Kilometer entfernten Beringsee, einem Fanggebiet für Alaska-Seelachs, nicht mit einer nachweisbaren Erhöhung radioaktiver Stoffe zu rechnen. Und: Fisch in Sushi-Lokalen kommt meist aus dem Atlantik, nicht aus Japan. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Special Japan.

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