Test­urteile im Vergleich

Wir haben 72 Lebens­mittel­unter­suchungen der vergangenen Jahre für den Marken-Check ausgewertet. Basis sind insgesamt 1 739 Produkte – Handels­marken sowie klassische Marken. Die Test­ergeb­nisse betreffen 862 Produkte von Marken und 877 von Handels­marken. In 58 der 72 Tests, die wir von Januar 2012 bis Juni 2018 veröffent­licht haben, prüften wir die Lebens­mittel rundum und vergaben an 1 270 Produkte test-Qualitäts­urteile. In 14 weiteren Tests untersuchten wir nur auf bestimmte Kriterien wie Schad­stoffe oder Keime. Daher unterscheidet sich die Daten­basis der Diagramme. Mehr Infos finden Sie unter So sind wir vorgegangen.

Marken und Handels­marken qualitativ gleich­auf

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Preis­vergleich. Wir addierten die Preise für je zehn Produkte in typischen Packungs­größen – jeweils die beste sehr gute oder gute Marke und Handels­marke unserer Tests.

Die test-Qualitäts­urteile für Marken und Handels­marken verteilen sich ähnlich, die kleinen Unterschiede sind praktisch nicht relevant. Die Traumnote sehr gut kommt nur selten vor. Auffällig: Marken sind mehr als doppelt so oft mangelhaft und häufiger ausreichend als Handels­marken. Viele der schlechten Urteile stammen aus drei Olivenöl-Tests und dem Test von Basilikum-Pesto.

Marken vorn. In einigen Tests sind unter den sehr guten und guten Produkten mehr Marken als Handels­marken zu finden, etwa bei Salami, Christ­stollen, Grill­soßen, tiefgekühlten Nudelpfannen.

Handels­marken vorn. Eine Mehr­heit über­zeugt zum Beispiel in den Tests von Margarine, Mozzarella, Spaghetti, geräucherten Forellenfilets.

Die Kreis­diagramme stellen die Anteile der test-Qualitäts­urteile dar: von sehr gut bis mangelhaft in Prozent (Abweichungen von 100 Prozent möglich, da gerundet). Basis: 1 270 Produkte (643 von Marken, 627 von Handels­marken).

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Geschmack: Mehr klassische Marken spitze

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Glatt sehr gut. 1,0 für den Geschmack gab es für Sekt von Schlum­berger. Der von Aldi Süd erreichte 2,0, kostete aber nur ein Fünftel.

Wir prüfen Lebens­mittel auf Aussehen, Geruch, Geschmack und Mund­gefühl. Die Tester bewerteten 16 Prozent der Marken­produkte mit sehr gut, aber nur 7 Prozent der Handels­marken. Mehr als die Hälfte der Produkte beider Kategorien war ohne bedeutende geschmack­liche Fehler.

Auswahl für Fein­schmecker. In einigen Tests trumpften mehr als fünf Produkte durch Spitzen­geschmack auf: Bei Senf, Stollen und Grill­soßen kamen sie nur von Marken. Bei frischem Lachs, Natur­joghurt, Hack­fleisch, Pralinen gehörten Marken und Handels­marken dazu.

Teure Flops. Von 78 Oliven­ölen waren 19 sensorisch mangelhaft, davon 12 Marken und 7 Handels­marken. Sie waren zum Beispiel stichig oder ranzig. Bei Arganöl schmeckten zwei Markenöle deutlich käsig. Für 95 und 112 Euro je Liter waren sie die teuersten Flops.

Kreis­diagramme: Anteil der sensorischen Ur­teile von sehr gut bis mangelhaft in Prozent, gerundet. Basis: 1 422 Produkte (743 von Marken, 679 von Handels­marken).

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Schad­stoffe: Klassische Marken mit etwas mehr Ausreißern

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Belastet. Kamillentee der Nobelmarke Kusmi war wegen Schad­stoffen mangelhaft, der Anbieter rief ihn vom Markt zurück. Der am stärksten belastete Kamillentee einer Handels­marke kam von Aldi Nord und war ausreichend.

Mehr als die Hälfte sehr gut und gut: Die Schad­stoff­urteile der meisten geprüften Lebens­mittel liegen im grünen Bereich. Der genaue Blick zeigt aber: Die Klassiker kassieren etwas häufiger mangelhafte und ausreichende Schad­stoff­noten.

Sieben extrem belastet. Die schlechteste Schad­stoff­note 5,5 vergaben wir nur siebenmal: viermal an Marken – an ein Basilikum-Pesto, zwei Leinöle, einen Kamillentee –, beim grünen Tee an eine Handels­marke und beim schwarzen Pfeffer jeweils einmal an jeden Marken­typ.

Schad­stoffe in Tees. In schwarzen, grünen und Kräuter­tees fanden wir reichlich Schad­stoffe wie die möglicher­weise krebs­er­regenden Pyrrolizidinalkaloide aus mitgeernteten Wild­kräutern. Das galt für Marken und Handels­marken.

Kreis­diagramme: Anteil der Schad­stoff­urteile von sehr gut bis mangelhaft in Prozent, gerundet. Basis: 1 250 Produkte (617 von Marken, 633 von Handels­marken).

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Keime: Gleich­stand auf gutem Niveau

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Ohne Keim­probleme. Jeder frische Lachs aus der Kühl­theke war mikrobiologisch unkritisch – bei Marken und bei Handels­marken.

Ob klassische Marke oder Handels­marke – die meisten Noten für die mikrobiologische Qualität der Lebens­mittel sind hervorragend. Beide Marken­typen kommen im Noten­schnitt auf ein gutes Gut. Die Note mangelhaft erhielten lediglich 10 von 812 Produkten. Wir unter­suchen vor allem Produkte auf Keime, die sensibel dafür sind. Bei wenig anfäl­ligen Produkten wie Öl, Kaffee und Salz verzichten wir darauf.

Ausnahme Hähn­chen. Die meisten mangelhaften Noten wegen Keimen vergaben wir im Test von Hähn­chenschenkeln: 6 von 20 Produkten waren betroffen, Marken wie Handels­marken. Wir fanden Krank­heits­erreger wie Listerien, Campyl­obacter, Verderbniser­reger oder Keime, die widerstands­fähig gegen Antibiotika sind. Starke Hitze tötet all diese Keime ab.

Kreis­diagramme: Anteil der Urteile für mikrobiologische Qualität von sehr gut bis mangelhaft in Prozent, gerundet. Basis: 812 Produkte (376 von Marken, 436 von Handels­marken).

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Kenn­zeichnung: Weniger ist mehr bei Handels­marken

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Mal wort­reich, mal knapp. Auf der Chips­dose von Pringles fanden sich Angaben in sieben Sprachen. Nur Notwendiges stand auf der Dose von Aldi Nord Feurich.

Handels­marken stechen positiv hervor: Insgesamt 46 Prozent der Handels­marken sind gut gekenn­zeichnet, klassische Marken seltener. Sie wurden auch doppelt so oft mit schlechten Noten bewertet.

Woran es bei Marken hapert. Informationen in vielen Sprachen, Bilder und Werbesprüche: Marken­produkte sind oft aufwendig bedruckt, um aufzufallen. Sie werden interna­tional vermarktet, so kommt es oft zum Sprachenwirr­warr auf Packungen. Einige versprechen mehr als zulässig – etwa ein Olivenöl, das sich als Cholesterinsenker empfahl. Handels­marken verzichten oft auf Produktmarketing, Händler führen sie meist exklusiv. Folge: über­sicht­liche Etiketten, nur Pflicht­angaben.

Kreis­diagramme: Anteil der Deklarations­urteile von sehr gut bis mangelhaft in Prozent, gerundet. Basis: 1 419 Produkte (749 von Marken, 670 von Handels­marken).

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Bioprodukte: Marken häufiger mangelhaft als Handels­marken

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Olivenöl. Mangelhaft hieß es im Test 2017 für das schlechteste Bio-Markenöl Coricelli, ausreichend für die schlechteste Bio-Handels­marke Dennree.

In unseren Lebens­mittel­tests schneiden Bioprodukte von Marken häufiger mangelhaft ab als die von Handels­marken. Das betrifft zum Beispiel Spezialitäten wie Gourmetöle und Produktneuheiten wie Butter-Rapsöl-Mischungen.

Beides echt bio. Egal ob Marke oder Handels­marke: Beide sind echt bio. Sie müssen die EU-Ökover­ordnung einhalten und das EU-Bio-Siegel tragen. Extra-Logos von Öko-Anbau­verbänden wie Demeter oder Bioland stehen für strengere Stan­dards. Der konventionelle Handel macht mit seinen oft preis­werteren Handels­marken heute 60 Prozent des Bio-Umsatzes. Ob klassische Biomarke oder Handels­marke: Bioware schlug in den Tests von Bratwürsten, Hack­fleisch, Joghurt und Milch die Nicht-Bio-Ware.

Kreis­diagramme: Anteil der test-Qualitäts­urteile von sehr gut bis mangelhaft in Prozent, gerundet. Basis: 233 Produkte (137 von Marken, 96 von Handels­marken).

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