Handels­marke gegen Marke

So sind wir vorgegangen

Inhalt

Fragestellung. Unterscheiden sich die Test­ergeb­nisse von Marken und Handels­marken? Wir sind dieser Frage nachgegangen und haben Bilanz aus 72 Lebens­mittel­tests gezogen, die im Zeitraum Januar 2012 bis Juni 2018 in der Zeit­schrift test und auf test.de erschienen sind. Es wurden insgesamt 1739 Produkte ausgewertet, darunter 862 Marken­produkte und 877 Handels­marken­produkte.

Auswahl der Tests. Wir berück­sichtigten ausschließ­lich Tests, in denen sowohl Marken als auch Handels­marken vertreten waren. Unter den 72 einbezogenen Tests sind 58 Tests, in denen wir ein test-Qualitäts­urteil vergaben. Bei den 14 weiteren Tests handelt es sich um Schwer­punkt­unter­suchungen auf zum Beispiel Schad­stoffe oder die mikrobiologische Qualität.

Auswertung. Wir berechneten die Mittel­werte sowie die Häufig­keits­verteilungen der vergebenen Urteile von sehr gut bis mangelhaft in Prozent. Folgende Urteile bezogen wir ein: Qualitäts­urteil, sensorisches Urteil, Schad­stoffe, mikrobiologische Qualität und Deklaration. Wir haben die Daten­basis zu diesen Urteilen statistisch mittels Mann-Whitney-Test analysiert.

Zusammen­stellung eines Warenkorbs. Wir haben jeweils einen Warenkorb exemplarisch mit zehn Marken- und Handels­marken­produkten zusammen­gestellt, davon acht konventionelle und zwei Bio-Lebens­mittel. Die Preise rechneten wir gegebenenfalls auf eine vergleich­bare Inhalts­menge um und addierten sie. In die Auswahl kamen jeweils die besten sehr guten oder guten Marken- und Handels­marken­produkte unserer Tests. Konventionelle und Bio-Ware verglichen wir nur unter­einander.

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2 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

ralphb am 01.09.2018 um 10:42 Uhr
Gute Ware fällt aus dem Raster

Meines Erachtens gibt es drei Kategorien:
1) Handelsmarken bzw. Discountprodukte
2) Supermarkt-Marken
3) handwerklich bei kompromisslosem Qualitätsanspruch hergestellte Ware
Erstere beiden geben sich nicht viel. Unter "kompromisslos" der dritten Kategorie verstehe ich eine Einstellung des Produzenten, die im Idealfall höchsten Anspruch an Sensorik (und im besten Fall auch Nachhaltigkeit) stellt, ohne der Wirtschaftlichkeit geschuldete Kompromisse einzugehen. Dies ist nur in kleinen Betrieben möglich, nicht in großen, auf Effizienz ausgerichteten Fabriken, weshalb sämtliche dieser Waren aus dem Raster der SWT fallen. Dass "Rewe Feine Welt oder Edeka Selection Lebens­mittel für den anspruchs­vollen Gaumen" seien, ist eine Schmach für jeden Feinschmecker...
Beispiel Pastatest 2015: "Güns­tige Handels­marke schlägt Marken-Pasta". Wenn überrascht das, wenn als Premiumprodukte "Jamie Oliver" getestet wird? Nicht einmal Rummo, geschweige denn Mancini sind im Test vertreten.

konsument18 am 13.08.2018 um 15:28 Uhr
Begriffsunschärfe "Handelsmarke"

Meines Erachtens wird in diesem Artikel der Begriff "Handelsmarke" nicht klar konturiert. Richtig ist, dass sowohl Rewe und Edeka als auch Lidl, Aldi & Co. viele Handelsmarken für Ihre diversen Produkte und Produktgruppen haben. Bei Rewe und Edeka setzt sich gerade die Praxis durch, diese Handelsmarken schlicht als Edeka oder Rewe, ggf. mit Zusatz zu benennen. (Z. B. "Edeka zuhause" für Kochgeschirr oder "Rewe Feine Welt" für Feinkostprodukte.) Das Besondere an den Handelsmarken "Gut&Günstig" bei Edeka und "Ja!" bei Rewe ist, dass diese beiden die Discountlinien in den beiden Einzelhandelsketten sind. Mit diesen wollen sie gezielt zu den Discountern in Konkurrenz treten und meistens für vergleichbare Produkte (z. B. Geflügelfleischwurst oder Gouda am Stück) den völlig identischen Preis haben. Deshalb ist es für Edeka und Rewe wichtig, dass die Produkte aus diesen beiden Linien gegenüber den entsprechenden Produkten der Discounter gut abschneiden. Da geht's um Marktanteile.