Lautsprecher Test

Für Musikliebhaber sind Standboxen nach wie vor erste Wahl. Kleine Regalboxen mit Subwoofer eignen sich eher für effektvollen Heimkinoklang. Zwölf Stereosets im Test.

Als stehe der Zuhörer im Jazzkeller direkt vor der Bühne – so klingt das filigrane Zusammenspiel von Kontrabass, Klavier und Perkussionsins­trumenten. Nur hochwertige Lautsprecher bekommen diese Hör­illusion perfekt hin.

Für eine unverfälschte Wiedergabe

Mit Preisen zwischen 575 und 1 230 Euro pro Set gehören die zwölf Stereosysteme im Test durchaus zur gehobenen Klasse. Und das hört man auch. Einen volleren, voluminöseren Klang als durchschnittliche HiFi-Kompaktanlagen bieten sie schon allein durch die wesentlich größere Membranfläche ihrer Tieftonchassis. Eine unverfälschte und neutrale Wiedergabe von Ins­trumen­ten und Stimmen gelingt den meisten Standlautsprechern deutlich besser als den ebenfalls getesteten 2.1-Lautsprechersystemen (sprich: zwei Punkt eins). Die kombinieren zwei kleinere Boxen mit einem aktiven Subwoofer für die tiefen Töne.

Für einen effektvolleren Sound

Lautsprecher Test

Hier wird der maximale Schalldruckpegel gemessen. Beim vergleichenden Hörtest hingegen waren die Boxen von einem akustisch neutralen Vorhang verdeckt.

Vorteil dieser Spezies: 2.1-Systeme können zum platzsparenden 5.1-Surroundsystem fürs Heimkino erweitert werden, denn die kleinen Boxen passen ins Regal oder lassen sich unauffällig an der Wand montieren.

Die Dreigestirne liefern einen effekt­vol­le­ren Sound als die eher neutral abgestimmten Standboxen: Die Wucht der Bässe eines Actionfilms auf die Magengrube lässt sich stufenlos am Subwoofer einstellen. Auch bei der Musikwiedergabe kann es sich lohnen, hier nachzuregeln, um die gewünschte Klangabstimmung beim Wechsel des Musikstils beizubehalten.

Lautsprecher Test

Manchen Boxen liegen Schaumstoffstopfen für die Bassreflexöffnungen bei, um die Basswiedergabe anzupassen.

Tipp: Jede Box hat ihren eigenen Klangcharakter. Da er nicht unbedingt mit jedem Musikstil harmoniert, ist Probehören mit den eigenen Lieblings-CDs wichtig.

Eine entscheidende Rolle für guten Klang spielt die Aufstellung der Boxen. Direkt vor der Wand oder in der Raumecke stehen sie ungünstig, denn die Bassreflexrohre strahlen tiefe Töne nach hinten ab. Die von der Wand reflektierten tiefen Frequenzen führen leicht zu Wummern und einem undefinierten Klang. Elac und Kef legen ihren Standboxen Stopfen aus Schaumstoff bei, die der Nutzer bei Bedarf ins Bassreflexrohr schieben kann. So werden die Bässe bei wandnaher Aufstellung etwas gedämpft.

Die Teufel M 420 F hat als einzige Standbox einen aktiven Bass mit eigenem Verstärker. Hier lässt sich die Stärke per Schalter in drei Stufen einstellen. Nachteil der Teufel-Lösung: Jede Box hat ein Netzkabel und verbraucht im Betrieb etwa 25 Watt.

Für die aus Platzgründen oft praktizierte Aufstellung in den Zimmerecken eignen sich Boxen mit eher schlankem Klang wie die „befriedigende“ Kef iQ 50. Lautsprecher mit üppigem Bass wie die Magnat Quantum 607 sollten hingegen möglichst frei im Raum stehen.

Was sonst noch zählt

Neben Klang und Design können auch Kleinigkeiten bei der Auswahl wichtig sein: Wer Kinder oder Haustiere hat, wird ein solides Metallgitter zu schätzen wissen, das die empfindlichen Membranen schützt. Stoff­be­span­nungen bieten nur wenig Schutz.

Bei einigen Boxen ist die Verkabelung äußerst fummelig. Beim 2.1-Magnat-System zum Beispiel laufen die Lautsprecherkabel über die etwas eng platzierten Kabelklemmen des Subwoofers. Zudem verbraucht der Bass unzeitgemäße 10,8 Watt im Standby. Das ist Strom für 8 Euro im Jahr.

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