Geschichte der Laufschuhe: Dämpfen, stützen und führen

Über Irrwege und Sackgassen zu den Hightech-Schuhen von heute.

Den Beginn der Geschichte der Laufschuhe könnte man in das Jahr 1920 legen. Damals stellte Adi Dassler seinen ersten Schuh, einen aus Leinen gefertigten Trainingsschuh für Läufer vor. Er kostete zwei Reichsmark. Den ersten Straßenlaufschuh entwickelte in den dreißiger Jahren die US-Firma New Balance in Boston. Adi Dassler hatte inzwi­schen mit seinem älteren Bruder Rudolf die Firma Dassler gegründet. 1948 trennen sich die Brüder nach einem Streit. Es entstanden die konkurrierenden Firmen Adidas und Puma, beide mit Sitz in Herzogenaurach.

Der Wettbewerb um das beste Material wird vor allem bei Olympischen Spielen ausge­tragen. So war es für Kihachiro Onitsuka, den Gründer der Firma Asics, ein riesiger Erfolg, als er den äthiopischen Barfußläufer Abebe Bikila davon überzeugen konnte, bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio seine Schuhe zu tragen. Bikila gewann den Marathon und die Firma Asics aus dem japanischen Kobe wurde weltberühmt. Waren Laufschuhe bis dahin nicht viel mehr als eine leichte, schützende Umhüllung der Füße, setzte in den siebziger Jahren geradezu eine Revolution ein. Vor allem Nike, gegründet von Phil Knight, dem ehemaligen US-Vertriebspartner von Asics, entwickelte völlig neue Konstruktionen. Denn mit dem Joggingboom häuften sich die Beschwerden der Läufer. Die Forscher glaubten, dass der Aufprall beim Laufen, bei dem etwa das zweieinhalbfache Körpergewicht abgefangen werden muss, schuld sei. Die Gegenmaßnahme hieß Dämpfung. Mit dem Air-Luftkammersystem von Nike begann eine wahre Materialschlacht um das beste System. Durch Einlagerung von Luft, Gel, Poly­urethan und speziellen Schäumen wurden die Fersen der Laufschuhe immer dicker. Negative Folge: Die Pronationsbewegung des Fußes verstärkte sich. Deshalb richteten die Forscher ihr Augenmerk nun auf Systeme, die dämpfen, stützen und führen. Der Weisheit letzter Schluss war aber auch das nicht. Fest steht: Das Laufen auf harten und ebenen Böden, wie es heute üblich ist, erfordert schützende Laufschuhe. Dämpfen wird deshalb weiterhin wichtig bleiben. Der Trend geht in Richtung natürliche Bewegung des Fußes, die der Schuh unterstützen soll.

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