Laufrad-Test

Tipps für den Laufrad-Kauf

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Welche Laufrad-Ausstattung ist sinn­voll, welche verzicht­bar? Was ist die richtige Größe und was ist wichtig für sicheren Laufrad-Spaß? Wir geben hilf­reiche Tipps.

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  • Testergebnisse für 13 Kinder­laufräder 12/2021
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Das richtige Laufrad kaufen

Laufrad-Test - Von gut bis mangelhaft
Die richtige Größe. Das Kind muss die Füße komplett aufstellen können. © Stiftung Warentest / Carsten Bergmann

Welche Größe eignet sich für mein Kind, welches Laufrad wächst mit und ist eine Bremse erforderlich? Wir geben Tipps für die Auswahl.

Die passende Größe wählen

Kinder zum Kauf mitnehmen. Am besten probiert Ihr Kind das Laufrad vor dem Kauf aus. Wichtig: Die Sattel­stütze muss sich so weit herunter­stellen lassen, dass Ihr Kind – auf dem Sattel sitzend – mit flachem Fuß auf dem Boden steht. Daran orientiert sich auch die Alters­empfehlung, die unsere Ergonomie-Experten für alle Laufräder im Test abgeben.

Schritt­länge messen. Können oder möchten Sie Ihr Kind nicht mitnehmen, weil das Laufrad beispiels­weise ein Geschenk sein soll, hilft die Schritt­länge. Diesem Körpermaß begegnet man häufig auch beim Fahr­radkauf. Sie lässt sich einfach messen: Klemmen Sie dem Kind ein Buch so weit oben wie möglich waagerecht zwischen die Beine. Messen Sie dann von der Oberkante des Buches gerade runter zum Boden. Das ist die Schritt­länge. Viele Anbieter von Laufrädern nennen die passende Schritt­länge zu ihren Modellen. Auch in unseren Test­ergeb­nissen geben wir an, für welche Schritt­längen die Laufräder geeignet sind.

Das Rahmenmaterial entscheiden

Das Rahmenmaterial ist vor allem eine Frage der Vorliebe. Zur Wahl stehen Laufräder aus Holz, aus Stahl und Aluminium oder auch Magnesium-Legierungen. Nehmen Sie Ihr Kind mit, wenn Sie ein Laufrad einkaufen. Es sollte dem Kind gefallen.

Gewicht. Steigt Ihr Kind schon früh, also mit einem Alter von rund zwei­einhalb Jahren, aufs Laufrad, sollten Sie ein leichtes Modell wählen. Auch in diesem Punkt ist das Rahmenmaterial egal, bei allen gibt es leichtere und schwerere Modelle.

Sicherheit. Systematische Sicher­heits­probleme aufgrund des Rahmenmaterials konnten wir in unseren Tests nicht fest­stellen. Bei Holz­rahmen sollten sie allerdings darauf achten, dass es bei solchen Modellen vorn am Lenker-Gelenk keine Quetsch­stelle gibt. Das ist bei manchen Holz­laufrädern konstruktions­bedingt der Fall.

Reifen besser aus Kunststoff oder aus Gummi?

Luft­gefüllte Reifen. Auf Ruckelpisten schlagen sich große luft­gefüllte Gummi­reifen tendenziell am besten. Außerdem federn sie Stöße besser ab. Wenn sie gut profiliert sind, rutschen sie zudem wenig.

Die luft­gefüllten Gummi­reifen waren in unseren Tests aber oft mit Schad­stoffen belastet, insbesondere mit poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffen. Doch im aktuellen Test zeigen zwei Anbieter, dass auch Gummi­reifen Schad­stoff­grenz­werte einhalten können.

Geschäumte Kunst­stoff­reifen. Die Reifen aus EVA – dem Kunststoff Ethylenvinyl­acetat – schnitten in unseren Schad­stoff­tests tendenziell besser ab als die Gummi­reifen. Sie haben aber ein Manko: Sie sind recht hart, federn kaum und sind oft rutschiger als die Luft­reifen. Dadurch sind sie für unebene Wege eher nicht so gut geeignet. Auf Asphalt macht es aber kaum einen Unterschied.

Schad­stoffe vermeiden

Der Nase nach.
Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe, kurz PAK, lassen sich manchmal mit der Nase ausmachen. Achten Sie auf Gummi- und Kunst­stoff­teile mit penetrantem Geruch. Faust­regel: Schnüffeln Sie vorsichts­halber an Teilen, die schwarz und weich sind. PAK-haltige Teeröle riechen stechend und penetrant. Wie angebranntes Gummi. Der Geruch verfliegt allerdings mit der Zeit. Außerdem gibt es Kunststoffe, die riechen, obwohl sie nicht mit PAK belastet sind. Mehr zum Thema in den FAQ PAK.
Auf das Test­ergebnis achten!
Für Sicherheit über Schad­stoffe im Sattel, in den Griffen und Reifen sorgt aber nur eine Analyse. Die Stiftung Warentest führt sie durch und findet oft etliche belastete Laufräder, so auch im aktuellen Test (siehe Tabelle).

Laufrad-Ausstattung: Was ist sinn­voll?

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Laufrad mit Tritt­brett. Verschnauf­pause für Füße und Beine. © Stiftung Warentest / Carsten Bergmann

Laufräder sind ganz unterschiedlich ausgestattet. Von Tritt­brett, höhen­verstell­barem Lenker und Sattel abge­sehen, gilt aber: Weniger ist mehr.

Tritt­brett und Höhen­verstell­barkeit sind sinn­voll

Das Tritt­brett. Hat das Laufrad ein Tritt­brett, kann Ihr Kind seine Füße während der Fahrt darauf abstellen und die Beine können sich kurz erholen. Das ist sinn­voll. In unseren Praxis­tests benutzten die Kinder die Tritt­bretter eifrig, wenn die Laufräder damit ausgerüstet waren. Insbesondere, wenn es mal schnell wurde.

Verstell­barer Lenker und Sattel. Lenker und Sitz sollten höhen­verstell­bar sein, damit das Laufrad mitwächst. Das Laufrad so einstellen, dass das Kind aufrecht oder leicht nach vorn gebeugt sitzt und mit geradem Bein komplett auf den Füßen steht. Im Test geben wir für alle Modelle eine darauf basierende Alters­empfehlung ab. Die mögliche Nutzungs­dauer der Laufräder war sehr unterschiedlich: Manche Modelle können Kinder drei Jahre lang nutzen – andere nur andert­halb Jahre lang.

Lenk­begrenzung ist am Anfang hilf­reich

Die Lenk­einschlag­begrenzung. Komplizierter Begriff, der meint: Der Lenker ist nicht frei um 360 Grad dreh­bar, sondern auf einen bestimmten Lenk­bereich begrenzt. Unsicheren Kindern kann ein begrenzter Lenk­einschlag etwas Halt geben. Er schränkt allerdings auch die Wendig­keit der Laufräder ein. Bei manchen Laufrädern im Test ist der Lenk­einschlag so sehr begrenzt, dass Kinder mit den Laufrädern kaum um enge Kurven kommen – darunter leidet der Spielspaß. Optimal ist es, wenn sich die Begrenzung deaktivieren oder heraus­nehmen lässt, sobald die Kinder sicher Laufrad fahren.

Bremse, Ständer und Klingel sind kein Muss

Bremse. Steigen Kinder schon früh aufs Laufrad, können sie Gefahren oft noch nicht einschätzen und eine Bremse nicht richtig einsetzen. Sie können noch nicht erkennen, wann und wie sie bremsen müssen. Sie können die Brems­kraft oft nicht sicher dosieren, so dass das Rad blockieren kann. Oder sie haben nicht genügend Kraft, sie richtig einzusetzen. Die Stiftung Warentest prüft daher nur Modelle ohne Bremse. Im Affekt klappt „Füße auf den Boden“ nämlich intuitiver und besser.

Ständer. Meist werden die Laufräder eh fallen gelassen. Zudem ist ein Ständer auch eine mögliche Klemm­stelle für Kinder­finger, wenn sie im Spiel daran herum­hantieren.

Klingel. Die Klingel beziehungs­weise Glocke nutzen sie meist nach Lust und Laune, eher als Spielzeug und nicht unbe­dingt zur Gefahren­abwehr. Um das Verletzungs­risiko bei einem Sturz zu mindern, sollten Sie eher keine Klingel anbringen.

Sieben Tipps: So fährt Ihr Kind sicher

Laufrad-Test - Von gut bis mangelhaft
Und warten. Bevor Sie mit Kind im Straßenverkehr unterwegs sind, klare Regeln absprechen. © Stiftung Warentest / Carsten Bergmann

1. Nicht zu früh starten

Ab wann ein Kind frühestens Laufrad fahren sollte, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Als Eltern müssen Sie einschätzen, ob Ihr Kind geistig und motorisch in der Lage ist, ein Laufrad sicher fahren zu können. Kann es beispiels­weise noch nicht richtig laufen und das Gleichgewicht halten, gehört es nicht aufs Laufrad. Die meisten Laufräder in unserem Test sind ab einem Alter von rund zwei­einhalb Jahren nutz­bar.

2. Ein sicheres Laufrad kaufen

Grund­voraus­setzung für sicheres Lauf­radfahren ist ein sicheres Gefährt. In unseren Tests über­prüfen wir die Laufräder auf mögliche Klemm- und Quetsch­stellen, verschluck­bare Kleinteile, auf Halt­barkeit und natürlich auf Schad­stoffe. Wählen Sie deshalb eines der guten Laufräder aus unseren Tests. Bei ihnen haben wir keine größeren Verletzungs­gefahren fest­gestellt und auch die Schad­stoff­funde sind bei ihnen unkritisch.

3. Auf Fahr­radhelm und Schuhe bestehen

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind beim Lauf­radfahren immer Helm und Schuhe trägt. Auch im Sommer. Kinder sind mit den Rädern oft sehr flott unterwegs und erreichen hohe Geschwindig­keiten. Der Schuh schützt die Fußsohle beim Bremsen auf dem Boden, der Helm vor schweren Kopf­verletzungen.

4. Verschluck­bare Kleinteile abnehmen

Kleine Kinder montieren gern an ihrem Laufrad herum. Damit das nicht zur Gefahr wird, sollten Sie verschluck­bare Kleinteile wie ungesicherte Ventilkappen an Luft­reifen abnehmen. Bei vielen Laufrädern „fehlen“ die Kappen der Luft­reifen deshalb schon ab Werk.

5. Zusätzliche Reflektoren anbringen

Von hellen Holz­laufrädern oder weißen Reifen abge­sehen, ist die Sicht­barkeit vieler Laufräder mittel­mäßig. Haben Sie die Wahl, sollten Sie sich beim Kauf für ein Laufrad mit hellen Farben entscheiden. Bringen Sie reflektierende Elemente an – zum Beispiel rück­strahlende Aufkleber.

6. Klare Verhaltens­regeln absprechen – und üben

Lassen Sie Ihr Kind zunächst nur in geschützten Bereichen fahren, in denen nichts passiert, wenn es davon flitzt oder zu spät bremst. Sprechen Sie mit Ihrem Kind Verhaltens­regeln ab − zum Beispiel wann und wo es auf jeden Fall anhalten und auf Sie warten sollte. Achten Sie stets darauf, dass sich Ihr Kind nur so weit von Ihnen entfernt, dass Sie gegebenenfalls noch eingreifen können.

7. Regel­mäßig Laufrad durch­checken

Prüfen Sie regel­mäßig, ob am Laufrad alles okay ist. Bei einigen Modellen im Test war der wichtige Prall­schutz an den Lenkerenden schon nach ein paar Mal Umfallen vom Metall des Lenkers durch­stoßen. Er soll Kinder vor schweren Verletzungen des Bauchs schützen, wenn sie auf die Lenkerenden fallen. Achten Sie auch auf kleinere Risse – insbesondere bei Holz­laufrädern, wenn sie viel draußen herum­liegen und so der Witterung ausgesetzt sind.

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18 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.09.2022 um 13:16 Uhr
Angaben zu Schrittlänge

@swt_u: Generell können wir zu den Anbieterangaben nichts sagen, wir beziehen uns bei den von uns getroffenen Angaben auf unsere Messungen. Bezogen auf die Schrittlänge passt ein Laufrad, wenn das Kind auf dem Sattel sitzt und mit gestreckten Beinen die Füße flach auf den Boden stellen kann. Basierend auf die niedrigste und höchste einstellbare Sattelhöhe liegt der Bereich beim Puky LR Light ca. zwischen 34 – 42 cm. Diese können Sie bei Ihrem Kind messen, indem Sie ein Buch so weit oben, wie möglich, zwischen die Beine klemmen und von der Oberkante des Buches gerade runter zum Boden messen. Wenn möglich ist auch eine Probefahrt beim Händler zu empfehlen.

swt_u am 25.09.2022 um 11:26 Uhr
Puky LR Light - falsche Angabe Schrittlänge?!

Sie geben als "Geeignet für Schrittlänge ca. (cm): 34 bis 42" an. Laut Webseite des Herstellers beträgt die Sattelhöhe aber 35-44cm, wodurch das Rad für Schrittlängen von 35-48cm geeignet sei.
Welche Angaben stimmen nun?

swt_u am 24.09.2022 um 09:19 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

marina.engler am 24.11.2021 um 14:29 Uhr
Keine Räder mit Bremse - kein Woom

Wie @eigenbau finde ich es ebenfalls sehr schade, dass das Laufrad von Woom nicht mit im Test war! Vermutlich liegt das daran, dass das Laufrad dieser Marke eine Bremse hat. Allerdings ist es in unserem Umkreis ebenfalls das beliebteste Laufrad von allen, da es so leicht ist und somit auch von 2-Jährigen prima gefahren und selbst von zarten Kleinkindern abgelegt und aufgehoben werden kann. Das Testergebnis hätte mich daher sehr interessiert. Es wäre toll, wenn es beim nächsten Mal mit dabei wäre - auch weil die meisten Kinder ja doch schon mit zwei und nicht erst mit drei oder vier Jahren mit dem Laufradfahren starten. Danke fürs Bedenken!

Profilbild test_Redakteurin_Kliem am 22.11.2021 um 10:09 Uhr
Testergebnisse gelten nur für Modell

@jr_82: Viele Anbieter von Laufrädern haben ganz unterschiedliche Modelle im Programm; oft sogar unterschiedliche Rahmen und Reifen unterschiedlicher Materialien und Konstruktionen. Deshalb lassen sich unsere Testergebnisse einzelner Modelle nicht auf andere Modelle eines Anbieters verallgemeinern.