Laufrad-Test

So testet die Stiftung Warentest

Laufrad-Test - Von gut bis mangelhaft
Fahr­spaß oder lahme Nummer? Unsere Praxis­tests in der Kita zeigen es. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Die Stiftung Warentest zeigt trans­parent, welcher Prüf­methoden, Normen und Vorgaben sie sich in ihren Tests bedient. Da wir mit der Zeit gehen, passen wir unsere Prüfungen gelegentlich an. Mit folgenden Prüf­programmen haben wir Laufräder 2021 und 2018 getestet.

Laufrad-Test

  • Testergebnisse für 13 Kinder­laufräder 12/2021
  • Testergebnisse für 15 Kinder­laufräder 12/2018
Inhalt

Laufrad-Test 2021: So haben wir getestet

Im Test: 13 Kinder­laufräder ohne Bremse. Wir kauf­ten sie im Mai und Juni 2021 und befragten die Anbieter im September 2021 zu den Preisen.

Fahren: 55 %

Den Praxis­test führten wir mithilfe von 20 Kindern im Alter von rund drei Jahren durch, die beim Aufheben der Laufräder, beim Aufsteigen, Absteigen und Fahren auf einer Test­strecke von drei Experten beob­achtet wurden. Die Fachleute beur­teilten das Fahr­verhalten, unter anderem die Wendig­keit, das Lenk­verhalten und den Einfluss der Bereifung sowie das Fahren auf ebenen sowie unbe­festigten Wegen. Ein Experte ermittelte die Eignung für das Kind, etwa die Sitzhaltung anhand von Rückenneigung und Öffnungs­winkel zwischen Rumpf und Arm. Den Sitz­komfort bewerteten wir zum Beispiel anhand der Breite, Form und Pols­terung des Sattels, den Komfort des Lenkers anhand der Breite, der Form und der Griffe. Zusätzlich bewerteten zwei Experten den Schutz vor Wetter­einflüssen, etwa den Schutz des Kindes vor Staub und Spritz­wasser.

Hand­habung: 15 %

Ein Experte beur­teilte die Gebrauchs­anleitung. Drei Fachleute beur­teilten, wie einfach die Montage des Laufrads war, wie sich etwa Sattelhöhe und Lenker einstellen und anpassen und wie gut sich die Laufräder tragen und trans­portieren ließen. Außerdem begut­achteten sie, wie einfach die Laufräder zu reinigen, warten und reparieren waren.

Sicherheit und Halt­barkeit: 25 %

Für die Prüfung der Belast­barkeit fuhren die Laufräder im Dauer­test auf einem Laufband in Anlehnung an Din EN 1888–1:2019 mit einem Tempo von 8 km/h über 72 000 Schwellen. Dabei war der Lenker mit 10, der Sattel mit 25 Kilogramm beladen. Zudem mussten sie in Anlehnung an die Din EN 71–1:2019 fünf Mal eine statische Be­ladung von 100 Kilogramm für je eine Minute aushalten. Außerdem ließen wir die Laufräder aus dem Stand je 50 Mal auf die linke und die rechte Seite umfallen. Weiter ließen wir sie mit einer Geschwindig­keit von etwa zwei Metern pro Sekunde gegen ein Hindernis fahren, eine hohe Stufe – ebenfalls in Anlehnung an Din EN 71–1:2019. Weiter be­wer­teten wir die Sicht­barkeit und Mängel bei der Verarbeitung. Die Verletzungs­gefahr beur­teilten wir zum Beispiel anhand der gemessenen Bodenfreiheit, möglicher Quetsch­stellen, des Lenkerprall- und Radeingriff­schutzes und daran, ob sich verschluck­bare Kleinteile lösen ließen.

Schad­stoffe: 5 %

Wir untersuchten Griffe, Sättel und Reifen auf poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK) in Anlehnung an die GS-Spezifikation AfPS GS 2019:01 PAK, auf den Gehalt an Weichmacher-Phthalaten und kurz­kettigen Chlorparaf­finen (SCCP) nach Löse­mittel­extraktion mit GC-MS sowie kritische Flamm­schutz­mittel nach Löse­mittel­extraktion mit GC-MS bzw. LC-MS/MS.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind mit Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt:

  • War die Belast­barkeit ausreichend, konnte das Urteil Sicherheit und Halt­barkeit nur eine halbe Note besser sein.
  • Lautete das Urteil Verletzungsge­fahr oder Verarbeitung mangelhaft, konnte Sicherheit und Halt­barkeit nicht besser sein. War Verletzungs­gefahr ausreichend, konnte Sicherheit und Halt­barkeit nur eine Note besser sein.
  • Lautete Si­cherheit und Halt­barkeit mangelhaft, konnte das Qualitäts­urteil nicht besser sein.
  • Die Note für Schad­stoffe konnte nicht besser sein als das schlechteste Urteil für Griffe, Sattel oder Reifen.
  • Lautete das Urteil Schad­stoffe mangelhaft, konnte das Qualitäts­urteil nicht besser sein. Hieß das Schad­stoff­urteil ausreichend, konnte das Qualitäts­urteil nur eine Note besser sein.

Video: So testen wir Kinder­laufräder

Vor allem bei den Sicher­heits- und Schad­stoff­prüfungen gab es Probleme - wir zeigen im Video anhand des Laufrad-Tests 2018, wie wir die kleinen Flitzer in der Praxis und im Prüf­labor testen.

Laufrad-Test 2018: So haben wir getestet

Im Test: 15 Kinder­laufräder ohne Bremse. Wir kauf­ten sie im Juli und August 2018 ein. Die Preise erfragten wir im September und Oktober 2018 bei den Anbietern.

Fahren: 55 %

Die praktischen Versuche führten wir mithilfe von zehn Kindern im Alter von rund 3 bis 4 Jahren durch. Drei Experten beob­achteten sie beim Aufheben der Laufräder, beim Aufsteigen, Absteigen und Fahren auf einer Test­strecke. Sie beur­teilten die Fahr­dynamik, unter anderem die Fahr­stabilität, das Lenk­verhalten und die Wendig­keit sowie das Fahren auf unbe­festigten Wegen, zusätzlich den Schutz vor Wetter­einflüssen wie Staub und Spritz­wasser sowie das Erhitzen einzelner Teile durch die Sonne. Ein Experte ermittelte die Eignung für das Kind, etwa die Sitzhaltung anhand von Rückenneigung und Öffnungs­winkel zwischen Rumpf und Arm. Den Sitz­komfort bewerteten wir zum Beispiel anhand der Breite, Form und Pols­terung des Sattels, den Komfort des Lenkers anhand der Breite, Form und Griffe. 

Sicherheit und Halt­barkeit: 25  %

Für die Prüfung der Belast­barkeit in Anlehnung an die DIN EN 71-1:2014 mussten die Laufräder eine Beladung von 100 Kilogramm fünf Mal für je eine Minute aushalten. Zudem ließen wir sie aus dem Stand je 50 Mal auf die linke und rechte Seite umfallen und für das Fahren gegen Hindernis ebenfalls in Anlehnung an die DIN EN 71-1:2014 mit einer Geschwindig­keit von etwa zwei Metern die Sekunde gegen eine Stufe fahren. Auch bewerteten wir Sicht­barkeit und Verarbeitung, etwa die Einsteck­tiefenmarkierung der Sattel­stütze, den Verschleiß und ob sich verschluck­bare Kleinteile lösen. Die Verletzungs­gefahr beur­teilten wir unter anderem anhand der gemessenen Bodenfreiheit, möglicher Quetsch- und Scher­stellen, des Lenkerprall- und Radeingriff­schutzes.

Hand­habung: 15 %

Ein Experte beur­teilte die Gebrauchs­anleitung. Drei Experten beur­teilten, wie sich Sattelhöhe und Lenker montieren, einstellen und anpassen ließen, die Laufräder zu tragen und trans­portieren sowie zu reinigen, warten und reparieren waren.

Schad­stoffe: 5 %

Untersucht haben wir die Oberflächen der Griffe, des Sattels und der Reifen auf PAK (poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe) in Anlehnung an die GS-Spezifikation AfPS GS 2014:01 PAK, auf Weichmacher (Phthalate) nach Extraktion mit GC-MS sowie auf die in DIN EN 71-9 und der Spiel­zeug­richt­linie aufgeführten Flamm­schutz­mittel nach Extraktion mit GC-MS und kurz­kettige Chlorparaf­fine (SCCP).

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind mit Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt:

  • War Verletzungs­gefahr mangelhaft, konnte Sicherheit und Halt­barkeit nicht besser sein.
  • War Verletzungs­gefahr oder Sicht­barkeit ausreichend, konnte Sicherheit und Halt­barkeit nur eine Note besser sein.
  • Die Note für Schad­stoffe konnte nicht besser sein als das schlechteste Einzel­urteil für Griffe, Sattel oder Reifen.
  • Lautete das Schad­stoff­urteil mangelhaft, konnte das Qualitäts­urteil nicht besser sein.

Laufrad-Test

  • Testergebnisse für 13 Kinder­laufräder 12/2021
  • Testergebnisse für 15 Kinder­laufräder 12/2018

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16 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

marina.engler am 24.11.2021 um 14:29 Uhr
Keine Räder mit Bremse - kein Woom

Wie @eigenbau finde ich es ebenfalls sehr schade, dass das Laufrad von Woom nicht mit im Test war! Vermutlich liegt das daran, dass das Laufrad dieser Marke eine Bremse hat. Allerdings ist es in unserem Umkreis ebenfalls das beliebteste Laufrad von allen, da es so leicht ist und somit auch von 2-Jährigen prima gefahren und selbst von zarten Kleinkindern abgelegt und aufgehoben werden kann. Das Testergebnis hätte mich daher sehr interessiert. Es wäre toll, wenn es beim nächsten Mal mit dabei wäre - auch weil die meisten Kinder ja doch schon mit zwei und nicht erst mit drei oder vier Jahren mit dem Laufradfahren starten. Danke fürs Bedenken!

Profilbild test_Redakteurin_Kliem am 22.11.2021 um 10:09 Uhr
Testergebnisse gelten nur für Modell

@jr_82: Viele Anbieter von Laufrädern haben ganz unterschiedliche Modelle im Programm; oft sogar unterschiedliche Rahmen und Reifen unterschiedlicher Materialien und Konstruktionen. Deshalb lassen sich unsere Testergebnisse einzelner Modelle nicht auf andere Modelle eines Anbieters verallgemeinern.

jr_82 am 18.11.2021 um 17:51 Uhr
Aussagekraft der Tests

Vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich würde mich gerne den anderen Kommentaren anschließen: es ist sonderbar, dass einige Produkte des gleichen Herstellers so unterschiedlich abschneiden. Reicht die Zahl der Tests je Produkt aus, um zuverlässig Hersteller mit minderwertigen Produkten oder größeren Qualitätsschwankungen zu identifizieren?

gms.swa am 27.04.2020 um 11:36 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 24.04.2020 um 12:49 Uhr
Puky LR und LR 1L Sättel gleich oder doch nicht?

@bandre: Die Sättel der beiden getesteten Puky Laufräder wurden auf Schadstoffe untersucht. Beim Puky LR1 wurden keine Schadstoffe gefunden, beim LR 1L geringe Mengen. Diese lagen bei 1,39 mg.
Es kommt schon vor, dass die gefundenen Mengen Schwankungen unterliegen. Insbesondere bei dem Summenwert aus 18 PAK summieren sich auch geringen Mengen auf, die in einem Sattel gefunden wurden, in einem zweiten Sattel jedoch nicht. Grundsätzlich sind die gefunden Mengen im Sattel gering und nicht besorgniserregend. (NL/MK)