Laub Meldung

Mancher Haus­besitzer muss täglich säcke­weise Laub von seinem Grund­stück beseitigen, das von den Bäumen des Nach­barn herüber­weht. Da ist die Versuchung groß, eine Entschädigung für die herbst­liche Arbeit zu verlangen. Die Aussichten stehen aber schlecht.

Die Gerichte stufen Laub sehr oft als orts­übliche oder unwesentliche, zumut­bare Verunreinigung ein, weil es nur im Herbst anfällt. Das gilt meist auch, wenn die Blätter im Gartenteich oder in der Dach­rinne landen. „Eine Entschädigung für die Beseitigung von Laub, Nadeln oder Tannenzapfen auf dem Rechtsweg zu erstreiten, dürfte schwer sein“, sagt Detlef Stollen­werk, Experte für Nach­barschafts­recht.

Eine solche Zahlung – auch „Laubrente“ genannt – haben die Gerichte Klägern bisher nur in wenigen Ausnahme­fällen zugestanden (Bundes­gerichts­hof, Az. V ZR 102/03, Land­gericht Lübeck, Az. 14 S 122/85, Ober­landes­gericht Karls­ruhe, Az. 6 U 150/82).

Tipp: Schaufeln Sie das Laub nicht einfach auf das Nach­bargrund­stück zurück. Das ist nicht nur unhöflich, sondern Sie verstoßen damit auch gegen das Abfall­gesetz und riskieren ein Bußgeld. Reden Sie lieber mit dem Nach­barn.

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