Lastschrift Meldung

Viele Banken haben in den letzten Monaten ihre Geschäftsbedingungen geändert: Falls unberechtigt Lastschriften vom Konto abgebucht wurden, muss der Kunde dies jetzt spätestens nach sechs Wochen melden. Sonst wird das Geld zwar zurückgebucht, doch wird Schadenersatz fällig – meist in Höhe der strittigen Summe. Diese Frist beginnt jedoch nicht mit Datum der unberechtigten Buchung, sondern sechs Wochen nach Zugang des meist vierteljährlichen Rechnungsabschlusses. In der Praxis kann es aber schon vorher Probleme geben. Denn der Kunde muss Kontoauszüge „unverzüglich“ prüfen. Was das genau bedeutet, ist nicht in Tagen festgelegt. „Wer auf der sicheren Seite sein will, kontrolliert alle ein bis zwei Wochen“, rät Jurist Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Meist gilt die Frist nur, wenn eine Einzugsermächtigung vorlag und nur die Höhe des abgebuchten Betrags strittig ist. Aber bei der Postbank greift sie auch bei völlig unberechtigten Lastschriften. Ist der Kunde mit einer Abbuchung nicht einverstanden, kann er sie kostenlos widerrufen. Das gilt auch, wenn die Bank eine Lastschrift mangels Kontodeckung nicht ausführt (BGH, Az. XI ZR 5/97). Sie muss dies zwar mitteilen, darf dafür aber nichts berechnen (BGH, Az. XI ZR 197/00). Anders ist das mit dem Geld, das der Lastschrifteinreicher zahlt.

Beispiel: Der Vermieter will vom Konto des Mieters abbuchen. Das Konto ist im Minus, die Bank führt die Lastschrift nicht aus. Sie berechnet der Bank des Vermieters ein Rücklastschriftentgelt von 3 Euro. Die Bank des Vermieters schlägt noch mal 3 Euro auf und stellt 6 Euro in Rechnung. Diesen Betrag kann der Vermieter vom Mieter zurückfordern.

Tipp: Trotz dieser Probleme sind Einzugsermächtigungen vorteilhafter als Überweisungen. Denn da sind Rückbuchungen unmöglich, sobald das Geld dem Empfängerkonto gutgeschrieben ist, oft schon nach ein bis zwei Tagen.

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