Für Last-Minute-Reisen darf auch mehr als zwei Wochen vor dem Beginn der Reise geworben werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hob damit eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf auf.

Ein Reisevermittler hatte 1995 gegen einen Konkurrenten geklagt, weil dieser für "Last-Minute"-Reisen warb, die erst vier Wochen später beginnen sollten. Der Kläger vertrat die Auffassung, dass der Verbraucher bei einem solchen Angebot von einem kurzfristigen Reiseantritt ausgehe. Die Werbung sei daher irreführend. Das beklagte Unternehmen konterte, dass der Verbraucher in erster Linie den Preisunterschied zu normalen Reisen damit verbinde.

Für die erste Instanz überwog das Preisargument, für die zweite der Zeitraum, in der dritten hat der BGH die Begrenzung wieder aufgehoben, insbesondere weil bei einigen Zielen Visa- und Impfauflagen zu erfüllen seien, für deren Erledigung zwei Wochen nicht ausreichen. Das OLG Düsseldorf muss den Fall nun erneut verhandeln. Bis das Urteil der vierten Runde vorliegt, dürfen vier Wochen zwischen Werbung und Reiseantritt liegen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 277 Nutzer finden das hilfreich.