Vom Cruiser bis zum sportlichen Skater: Hier finden Sie die besten Langlaufski für die Spur.

Strahlend blauer Himmel bei Temperaturen knapp unter dem Gefrier­punkt: Im Ski-Lang­laufzentrum auf dem Pitz­taler Gletscher in den Tiroler Alpen herrschten im späten Früh­jahr optimale Bedingungen für einen Skitest. Genau dort haben wir unsere Testläufe­rinnen und Testläufer in die extra für uns angelegte Spur geschickt – vom erfahrenen Frei­zeitläufer bis zum ehrgeizigen Wett­kämpfer.

Wachs oder Schuppe?

Für den Test haben wir alle Lang­laufskiklassen ausgewählt: vom breiten und vergleichs­weise kurzen Cruiser für Frei­zeit und Fitness bis zum langen, schmalen Sport­ski. Es sind sowohl Nowax-Ski vertreten als auch Wax-Ski. Nowax-Ski haben im Bindungs­bereich eine strukturierte Sohle als Abstoß- und Steig­hilfe, Schuppen genannt. Beim Wax-Ski sorgt ein „Klebewachs“ für Haftung im Schnee. Für konditions­starke Renn­läufer haben wir noch zwei Skating-Ski in den Test einbezogen.

Alle Ski hielten den Belastungen im Parcours locker stand. Deutliche Schwächen zeigten sie nicht. Auch die Belastungs­tests, bei denen die Ski ein Mehr­faches des Körpergewichts eines Skifahrers aushalten müssen, konnten den Brettern nichts anhaben. Letzt­lich maßgebend für die Qualität der Ski und den Spaß am Lang­lauf sind jedoch die Lauf­eigenschaften.

Fischer in allen Gruppen vorn

In allen vier Produkt­gruppen stellt Fischer das gruppen­beste Produkt oder teilt sich den Spitzen­platz mit anderen Modellen. Die schlechteste Bewertung für einen Fischer-Ski in diesem Test lautet gut. Dazu gesellen sich noch Bestnoten für die Verarbeitung und Halt­barkeit, beim Skater auch noch für die Lauf­eigenschaften.

Über­raschend ist das sehr gute Abschneiden des Fischer-Cruisers Orbiter in der Laufharmonie. Es ist dem Anbieter gelungen, einen vergleichs­weise kurzen und einfach zu steuernden Ski zu bauen, der sich mit längeren Ski, selbst mit Wax-Ski, messen kann. Die Tester bewerteten hier dasVerhalten des Skis beim Über­gang zwischen der Gleit­phase und dem Haften, wenn der Läufer mit dem jeweils anderen Ski Schwung holt.

An Wax-Ski wurden höhere Anforderungen an die Laufharmonie gestellt. Durch sorgfältiges Präparieren mit Gleit- und Haft­wachs können die Eigenschaften individuell angepasst werden (siehe „Ski richtig präparieren“).

Tipp: Achten Sie bei der Wahl der Ski penibel auf das Körpergewicht des Läufers. Der Ski muss so steif sein, dass die Abstoß­zone im Bereich unter der Bindung beim Stand auf beiden Beinen keinen Boden­kontakt hat. Lassen Sie sich im Sport­fach­handel beraten. Ist der Ski zu steif, greift die Abstoß­hilfe nicht und er rutscht nach hinten weg. Ist er zu weich, führt das zum Bremsen.

Wenn Wax-Ski plötzlich stoppen

Eine besondere Tücke bergen zu weiche oder falsch präparierte Wax-Ski. Kommt nämlich beim zentralen Zwei­beinstand die Lauffläche im Bindungs­bereich auf den Schnee, stoppen die Ski plötzlich, und es bedarf schon einiger Lang­lauf­erfahrung, dass der Läufer in diesem Moment nicht stürzt. Das passiert auch mit einem korrekt abge­stimmten Ski beim Durch­fahren einer Senke. Je höher das Tempo und je höher der Anpress­druck, desto eher hakt es.

Der Prüf­punkt Laufharmonie entfällt bei den beiden Skating-Ski. Es gibt hier keinen Last­wechsel wie bei den klassischen Modellen. Der Fahr­stil ist vom Schlitt­schuh­schritt abge­leitet, und da geht es auch immer nur vorwärts. Eine Steig­hilfe gibt es bei den Skating-Ski nicht.

Das Duell Fischer gegen Salomon

Die Leistungen der beiden sport­lichen Skating-Ski unterscheiden sich nur um Zehntelnoten. Deshalb lohnt sich ein Blick auf den Preis: Der Salomon-Ski kostet immerhin 100 Euro weniger als der Fischer.

In der Wax-Ski-Gruppe empfehlen sich besonders die drei gleich guten Modelle von Atomic, Fischer und Salomon. Für Spar­same ist Salomon die erste Wahl. Das Duell Fischer und Salomon gibt es auch noch bei den Cruisern. Die Lauf­eigenschaften des Fischer-Skis sind eine halbe Note besser. Da lohnen sich auf jeden Fall die 40 Euro Aufpreis. Bei den sport­lichen Nowax-Ski reichen die Noten- und Kauf­preis­unterschiede nicht für eine konkrete Empfehlung. Hier bieten Fischer und Salomon gleich viel Lang­laufspaß – nicht nur unter strahlend blauem Alpenhimmel.

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