GU10, Lumen, dimm­bar: Wer eine Lampe kaufen will, begegnet vielen Begriffen. Wir erklären sie und zeigen, wie Sie gutes Licht bekommen und dabei viel Strom sparen.

Glühbirne ade

Zugegeben: Als es nur die Glühbirne gab, war der Kauf von Leucht­mitteln einfacher. Da mussten Kunden nur wissen, wie viel Watt sie brauchten – der Rest war klar (Die Verpackungssymbole erklärt). Doch trotz mancher verwirrender Details rund um Lumen, Candela und Ra-Wert (Glossar): Moderne Spar­lampen bieten viele Plus­punkte – vom deutlich geringeren Energieverbrauch über die gute Ökobilanz bis zur viel längeren Lebens­dauer.

LED sparen am meisten Strom

LED, Energiespar­lampe und Halogen­lampe haben die herkömm­liche Glühbirne weit­gehend ersetzt. Die Möglich­keit, sein Zuhause mit schönem Licht zu gestalten, waren noch nie so groß wie heute. LED-Lampen haben sich dabei weit­gehend durch­gesetzt, auch weil sie am meisten Strom sparen. Die Stiftung Warentest hat zahlreiche LED-Lampen getestet.

Fazit: Mit vielen Lampen lässt sich richtig Geld sparen! Manche verbrauchen über 90 Prozent weniger Strom als gleich helle alte Glühbirnen.

nach oben

Waren­kunde: Die gängigsten Bauformen bei Lampen

LED-Lampen gibt es für die verschiedensten Sockel­typen. Der bekann­teste ist der E27-Sockel der klassischen Glühbirne. Im Folgenden stellen wir alle gängigen Bauformen vor.

E27, E14, GU10, GU5.3

E27 – Lampen für große Schraubge­winde: In den meisten Haushalten sind sie am häufigsten. Oft verbergen sie sich unter großen Lampenschirmen. Das Schraubge­winde hat einen Durch­messer von 27 Milli­metern.

E14 – Lampen für kleine Schraubge­winde: Oft sind sie unter kleinen Lampenschirmen einge­dreht. Das Schraubge­winde hat einen Durch­messer von 14 Milli­metern.

GU10 – Spot­lampen für 230 Volt: Erste Wahl über­all dort, wo Strahler auf Gegen­stände oder Raum­bereiche gerichtet sind. Typisch für GU10-Steck­sockel sind die zwei kleinen dick­lichen „Füßchen“.

GU5.3 – Spot­lampen für 12 Volt: Im Einsatz bei Strah­lern von Nieder­volt­systemen mit Trafo. Typisch für GU 5.3-Steck­sockel sind 2 dünne Stifte.

G9, G4, G13, R7

G9 – Kleine Lämp­chen für 230 Volt: Diese „Licht­lein“ stecken oft in schi­cken kleinen Designer-Leuchten.

G4 – Kleine Lämp­chen für 12 Volt: Sie sind nur wenige Zenti­meter groß, können einen Raum aber in neuem Licht erscheinen lassen. Häufig stecken sie in Spots an der Zimmerdecke – immer in Kombination mit einem Trafo.

G13 – Röhren für 230 Volt: Sorgen mit ihren 120 cm Länge für helles Licht in der Küche, Garage oder Werk­statt.

R7 – Lampen für Deckenfluter: Der stromsparende Ersatz für Halogen­lampen. Die zirka 12 Zenti­meter langen LEDs lassen sich zum Beispiel in die Deckenfluter einsetzen.

Tipp: Wenn Sie beim Lampennach­kauf auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie die kaputte Lampe als Muster mit in den Laden nehmen und sich im Zweifel fach­kundig beraten lassen.

nach oben

Testresümee: Auch billige Lampen können prima leuchten

Zwischen 2015 und 2018 hat die Stiftung Warentest insgesamt 113 LED-Lampen untersucht. Unsere Prüfungen zeigen: Der Kauf­preis ist kein verläss­liches Erkennungs­zeichen für Qualität. Und auch auf guten Klang bekannter Marken ist nicht unbe­dingt immer Verlass. Teurere Modelle können Murks sein – und billige Modelle lange Freude bereiten.

Drei von vier getesteten Lampen sind gut oder sehr gut

Insgesamt ist das Ergebnis erfreulich: 88 der 113 getesteten LED-Lampen erzielten am Ende das test-Qualitäts­urteil Gut oder Sehr gut. Das sind 78 Prozent. Zu den Besten zählen nicht nur LEDs großer bekannter Marken sondern auch preisgüns­tige Angebote von Discountern. Zwischen 2015 und 2018 haben wir verschiedene Bauarten geprüft. Auf unserer PDF-Über­blicks­seite finden Sie Testergebnisse zu LED-Lampen für E27-, E14-, G4-, GU10- und GU5.3-Sockel, aber auch spezielle Modelle für Deckenfluter mit R7-Sockel oder Röhren mit G13-Sockel.

Manche flimmern, andere schwächeln

Mehr als jede zehnte Lampe zeigte bei unseren Tests allerdings Probleme und erhielt deshalb die Note Ausreichend oder Mangelhaft. Einzelne Lampen über­lebten nicht den Dauer­test (1500 Stunden) oder leuchteten schon von Anfang an weniger hell als die Deklaration versprach. Andere Modelle bekamen eine schlechte Note wegen unangenehmer Flimmer­effekte.

Tipp: Bewahren Sie nach dem Kauf vorsichts­halber den Kassenzettel auf. Wenn einzelne Lampen unangenehm flimmern oder flackern, können Sie diese beim Händler oder direkt beim Anbieter reklamieren. Gleiches gilt, wenn Lampen viel zu schnell kaputt gehen.

Starke Konkurrenz für Osram, Philips und Co

Das Angebot an verschiedenen Lampen ist riesig. Dies gilt ebenso für die Modell­vielfalt wie für die Zahl der Anbieter. In unseren Tests haben wir Produkte klassischer Hersteller wie Osram oder Philips untersucht. Aber auch viele große Handels­ketten, Elektro-, Drogerie- und Baumärkte bieten unter ihrem Marken­namen oft Lampen an. Zu den von uns getesteten Marken gehören Bioledex, Diodor, Heitronic, Ledon, Lightme, Melitec, Müller Licht, Osram, Paulmann, Philips, Sigor und Xavax.

Tipp: Nutzen Sie das große Angebot und wählen Sie die richtigen Lampen für Ihre individuellen Beleuchtungs­zwecke. Von dem starken Wett­bewerb hat die Kund­schaft profitiert: Die Preise sind in den vergangenen Jahren deutlich gefallen.

nach oben

Licht­farbe: Rötlich warm oder bläulich kühl – Sie haben die Wahl

Moderne Spar­lampen sind in einer Vielzahl von Licht­farben erhältlich – je nach Wunsch von kühl bis warm. Gemütlich wird es bei warmweißem Licht. Ein Kompromiss sind neutralweiße Lampen.

Farb­temperatur bestimmt die Atmosphäre

Kelvin ist die Maßeinheit für die Farb­temperatur und beschreibt die Licht­farbe. Ob eine Lampe eine eher warme oder kühle Atmosphäre erzeugt, hängt von ihrer Licht­farbe ab, die als Farb­temperatur deklariert ist. Im Handel sind mitt­lerweile vor allem Lampen mit relativ warmer Licht­farbe erhältlich, aber auch einige Exemplare mit aufmunterndem Tages­licht­weiß.

Wenn es auf Farbnuancen ankommt

Unabhängig davon, ob die Beleuchtung warm oder kalt wirkt, gibt es Lampen, deren Licht die verschiedenen Farbtöne im Raum realitäts­nah erscheinen lässt. Der Betrachter kann dann zum Beispiel beim Betrachten von Bildern feinste Farbnuancen wahr­nehmen. Die Farb­wieder­gabe ist das wichtigste Kriterium für eine hohe Licht­qualität. Mit welcher Qualität die Farben von Objekten wiederge­geben werden, beschreibt der Farb­wieder­gabeindex (CRI oder Ra-Wert). Mehr zum Thema in unserem Video: Kaufberatung LED-Lampen – Kalt oder warm.

Fürs Schminken oder vorm Kleider­schrank

Eine gute Farb­wieder­gabe mit einem Ra-Wert über 90 hilft zum bei der Auswahl bunter Garderobe vor dem Kleider­schrank. Auch vor dem Schmink­spiegel im Bad oder bei der Arbeits­platz­beleuchtung können derartige Lampen sehr nützlich sein. Im Wohn­zimmer sind sie in der Lese­ecke sinn­voll, oder um Buntes in Szene zu setzen.

Wachmacher fürs Arbeits­zimmer

Tages­licht hält am Schreibtisch wach. Tipp: Wählen Sie für die künst­liche Beleuchtung tages­licht­weiße Lampen mit mehr als 5 500 Kelvin. Achten Sie auch auf ausreichende Helligkeit im Arbeits­bereich: Besser etwas heller als zu dunkel. So ermüden die Augen weniger schnell.

nach oben

Video: Kauf­beratung LED-Lampen – Kalt oder warm?

Welche Lampe für welchen Raum? LED-Lampen gibt es in unterschiedlichen Farb­temperaturen: Von warm-weiß über neutral-weiß bis tages­licht-weiß. Unser Video zeigt, worauf Sie beim Lampenkauf achten sollten.

nach oben

Das bietet die neue LED-Technik

Die Lumenzahl gibt an, welchen Licht­strom eine Lampe liefert. Je mehr Lumen, desto heller leuchtet die Lampe im Vergleich zu anderen. Die ersten LED-Lampen wirkten oft noch relativ funzelig. Mitt­lerweile gibt es aber Modelle, die zum Beispiel so viel Lumen wie eine 100-Watt-Glüh­lampe erzeugen. Alternativ kann man eine Leuchte mit mehreren Lampenfassungen wählen, so dass alle Licht­quellen zusammen die gewünschte Helligkeit liefern.

Über­zeugende Ökobilanz

Halogen­lampen sind spar­samer als klassische Glüh­lampen. Kompakt­leucht­stoff­lampen und Leucht­stoff­röhren waren für lange Zeit die typischen Energiespar­lampen. Heut­zutage sind gute LED vor allem wegen der hohen Licht­ausbeute die erste Wahl. Bei der Ökobilanz spielt der Strom­verbrauch eine deutlich größere Rolle als Fertigung und Entsorgung.

Spezial­leuchten mit Schattenseite

Immer öfter sind LED in Leuchten fest einge­baut. Das eröffnet neue Möglich­keiten fürs Leuchtendesign. Aber: Wenn die LED kaputt gehen, muss oft die komplette Leuchte entsorgt werden. Das ist ökologisch unvor­teilhaft und sollte beim Kauf mitbedacht werden.

nach oben

Geld und Energie sparen mit modernen LED-Lampen

Moderne LED-Lampen sind bei der Wohnungs­beleuchtung das Maß aller Dinge. Sie kosten zwar etwas mehr als Halogenglüh­lampen. Aber die Investition lohnt sich – vor allem bei oft und lange einge­schalteten Licht­quellen.

Viel Helligkeit mit wenig Strom

Wichtigster Plus­punkt der LED: Mit wenig Strom erzeugen sie relativ viel Helligkeit. So erreichen klassische Glühbirnen nur eine Licht­ausbeute von etwa 10 Lumen pro Watt. Eine hoch­effiziente LED-Lampen kann es hingegen zum Beispiel auf 130 Lumen pro Watt bringen – sie ist also 13 mal effizienter! Eine Röhre von Osram brachte es im Test sogar auf 146 Lumen pro Watt.

Ersparnis von 90 Prozent

Umge­rechnet auf die gleiche Licht­menge sparen die besten LED im Vergleich zu Glüh­lampen mehr als 90 Prozent der Strom­kosten! In Euros heißt das: Sie senken die jähr­lichen Strom­kosten von 17 auf knapp 2 Euro, wenn Sie eine 60-Watt-Glühbirne, die täglich drei Stunden lang brennt, durch eine gleich helle 6-Watt-LED ersetzen. Auch die durch Strom­erzeugung verursachten Umwelt­belastungen sinken entsprechend.

Wie sich der Lampenwechsel auszahlt

Der Umstieg auf LED-Licht lohnt sich. Die Strom­kosten­ersparnis liegt in den drei Beispielen bei 7 bis 45 Euro pro Jahr. Damit macht sich der Kauf der LED schnell bezahlt.

nach oben

Dieser Einkaufs­ratgeber wurde seit 2015 regel­mäßig aktualisiert. Jüngstes Update: 13. April 2021.

Dieser Artikel ist hilfreich. 883 Nutzer finden das hilfreich.