Strahlt der neue Fußboden endlich in voller Schönheit, soll die Freude lange währen. Eine falsche Behandlung nimmt das Holz schnell übel. Zehn Fragen rund ums rich­tige Reinigen und Pflegen.

Frage 1: Wie lassen sich hässliche Kratzer verhindern?

Laminat- und Parkettpflege Meldung

Nebelfeucht: Das Tuch vor dem Wischen gut auswringen.

Schmutz vermeiden statt entfernen, heißt die Devise. Kleine Steinchen, Sand und grober Straßenschmutz unter den Schuhsohlen wirken wie Schleifpapier. Große Gummi-, Sisal- oder Kokosmatten und Roste als Schmutzfänger vor der Wohnungstür verhindern, dass der Dreck nach drinnen kommt. Pfennigabsätze, Noppenschuhe und schwarze Sohlen sind tabu. Hausschuhe mit weichen Sohlen tragen. Rüsten Sie Stuhl-, Tisch- und Schrankfüße mit Filzgleitern aus. Büro-stühle, Aktenwagen, Rollcontainer mit weichen Lenk- und Laufrollen versehen. Man erkennt sie am zweifarbigen Aufbau und der Aufschrift „EN 1 25 29“. Gegen Kratzer von Hunde- und Katzenkrallen hilft nur: Mit den Lieblingen nicht auf dem Boden herumtollen.

Frage 2: Was ist besser für Parkett und Laminat: Saugen oder fegen?

Staubsaugen ist optimal, besser noch als Fegen mit einem weichen Besen. Der Grund: Parkett und Laminat haben eine harte, dichte Oberfläche, sodass Staub und Schmutz nicht anhaften, sondern lose obendrauf liegen. Fegen wirbelt viel mehr Staub auf. Der setzt sich schnell wieder ab, auch auf den Möbeln. Beim Staubsaugen den Bürstenkranz der Bodendüse ausfahren. Achten Sie darauf, dass nichts Hartes auf dem Untergrund kratzt und sich die Düse beim Arbeiten nicht verkantet.

Frage 3: Ist eine spezielle Parkettdüse für den Staubsauger nötig?

Nein, unbedingt erforderlich ist sie nicht. Bei Parkettdüsen soll eine weiche großflächige Einlage, zum Beispiel aus filzähnlichem Material, oder ein Kranz aus Naturhaar Kratzer verhindern. Sie kosten als Sonderzubehör meist extra. Doch jeder Staubsauger hat eine Universaldüse sowohl für Teppiche als auch für Hartböden. In der Stellung Hartboden schützt ein Borstenkranz das Laminat oder Parkett vor Beschädigungen. Spezielle Hartbodendüsen mit Gummilippe statt Bürsten sind eher für Stein- und Fliesenböden.

Frage 4: Was bedeutet nebelfeucht wischen?

Größere Flächen können feucht ge­wischt werden. Nebelfeucht heißt: Der Boden muss nach drei bis fünf Minuten komplett abgetrocknet sein. Den Lappen sehr gut auswringen; er darf nicht mehr tropfen.

Frage 5: Welche Reiniger eignen sich für Parkett, welche für Laminat?

Für leichten Schmutz reicht klares Wasser völlig aus. Flecken von Kaffee, Ketschup oder anderen Lebensmitteln möglichst schnell beseitigen, ehe sie antrocknen. Verschüttete Flüssigkeiten und Wasserpfützen sofort aufwischen, damit die Nässe nicht über die Fugen eindringt. Holz quillt auf! Keinesfalls aggressive, lösemittelhaltige Reiniger benutzen. Sie schaden der Oberfläche.

Parkettpflegemittel – ab und zu ein Schuss ins Wischwasser – enthalten wasserlösliche, rückfettende Polymere und Wachse, die den versiegelten Boden mit einer dünnen Pflegeschicht überziehen. Glanz kommt von allein. Parkettreiniger nicht für Laminat benutzen, auch keine Kern- und Schmierseife sowie Bohnerwachs. Das gibt Schlieren, Flecken und unschöne Laufstraßen auf der Kunstharzoberfläche. Für Laminat gibt es spezielle Reiniger ohne Wachs. Neutralreiniger tun es aber auch. Manche Anbieter empfehlen Neutralreiniger sogar fürs Parkett.

Frage 6: Welches Raumklima ist für einen Parkettboden ideal?

Ideal ist eine Raumtemperatur von etwa 20 Grad Celsius und eine Luftfeuchte von maximal 60 bis 65 Prozent. Holz als natürlicher Werkstoff „atmet“ und reagiert besonders auf Feuchtigkeit. Zu feuchte Luft lässt es leicht quellen und sich verformen. Bei zu trocke­nem Klima zieht es sich zusammen, es bilden sich Fugen. In der Heizperiode helfen Luftbefeuchter gegen zu trockene Raumluft.

Frage 7: Was ist bei einer Grundreinigung zu tun?

Eine Grundreinigung ist erforderlich, wenn der Boden unansehnlich geworden ist oder Schmutz sich beim normalen Putzen nicht entfernen lässt. Laminat reinigt man mit Spezialmittel oder Neutralreiniger (siehe Tabelle). Eine pflegende Nachbehandlung ist nicht nötig, eher schädlich. Parkett und Holzdielen mit Parkettpolish gründlich von alten Pflegemitteln be­freien; keine Reini­gungs­­ma­schinen be­nutzen! Dann Pflegemittel (Wachs, Polish) pur als neue Verschleißschicht auftragen.

Frage 8: Darf man Dampfreini­ger, antistatische Wischtücher nutzen?

Besser nicht. Dampfreiniger bringen meist zu viel Feuchtigkeit auf den Boden. Der heiße Dampf kann in die Fugen eindringen, die Verleimung lösen und das Holz aufquellen. Staubbindetücher sind häufig imprägniert und sollten – wenn überhaupt – nur selten zum Einsatz kommen. Die Imprägnierung reibt sich teilweise auf der Oberfläche des Bodens ab, Schmutz bleibt dort besser „kleben“. Auch Mikrofasertücher können auf Dauer den Belag angreifen.

Frage 9: Muss ein Mieter das Parkett auf eigene Kosten abschleifen?

Nein, das muss er in der Regel nicht. Erfahrungsgemäß braucht ein Parkettfußboden nur alle 15 bis 20 Jahre einen Abschliff mit neuer Versiegelung. Das ist keine Schönheitsreparatur, sondern zählt zu den Instandhaltungsarbeiten. Und dafür ist der Vermieter zuständig. Kleine Kratzer und Schleifspuren – wenn sie im Rahmen bleiben – sind normal und keine übermäßige Abnutzung, für die der Mieter geradestehen müsste.

Frage 10: Ist Parkett oder Laminat für Allergiker besser als Teppichbelag?

Oft wird empfohlen, Teppichböden zu entfernen, wenn Perso­nen allergisch auf Milben­kot reagieren. Viele Experten sehen das anders. Glattboden lässt sich zwar leichter reinigen. Aber dafür wird der Staub mit der allergenen Belastung stärker aufge­wirbelt.

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