Laminat und Fertigparkett Starker Auftritt von Meister

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Holzdekor oder echtes Holz? Im Test hatten Laminat- und Fertigparkettböden ihren Auftritt. Im Test zeigten sich deutliche Qualitätsunterschiede.

Inhalt

Strapazierfähiger und preiswerter als echtes Holz – zwei Punkte, die für Laminatböden sprechen. Liebhaber von Holz stehen auf natürliche Oberflächen und entscheiden sich eher für Fertigparkett. Über die Vorzüge beider Bodenbeläge lässt sich vortrefflich streiten. Für den Laien sind die Unterschiede auf den ersten Blick kaum zu erken­nen. Aber es gibt sie. Am Ende geben oft Geld und Gefühl und selten die Fakten den Ausschlag. In Deutschland gewinnt meist Laminat die Gunst der Kunden: Sie kaufen fast viermal so viel Dekor- wie Fertigparkettfläche.

Unser Test von jeweils zehn Produkten zeigt deutliche Qualitätsunterschiede – sowohl innerhalb der beiden Gruppen als auch zwischen ihnen. Die Ergebnisse sind in zwei Tabellen dargestellt, denn Laminat und Parkett mussten wegen ihrer typischen Eigenschaften in einigen Punkten verschieden geprüft und bewertet werden. Zum Beispiel der Abrieb der Oberflächen: Beim robusteren Laminatboden sieht die Norm schärfere Prüfbedingungen vor als beim empfindlicheren Parkett.

Ein erfreuliches Ergebnis für beide Bodenbeläge vorweg: In puncto Gesundheits- und Umweltbelastungen schafften fast alle getesteten Fertigparkettböden ein „Sehr gut“.  Auch bei den Laminaten ist die Abgabe von Lösemitteln und Formaldehyd und die Belästigung durch Gerüche kein Thema. „Sehr gute“ und „gute“ Urteile in den Teilprüfungen zeigen das. Qualitätsunterschiede gibt es dennoch. Vor allem bei der Haltbarkeit fanden wir Mängel, die sich nachteilig auf das ganze Produkt auswirken. Die wichtigsten Prüfpunkte und Produkteigenschaften:

Nutzungsklassen

Nur für Laminate sieht die Norm die Angabe von Beanspruchungs- oder Nutzungsklassen auf den Etiketten und in den Gebrauchsanleitungen vor. Wir haben die am häufigsten gekaufte Nutzungsklasse 23/31 geprüft. Klasse 23 empfiehlt sich für Wohnbereiche mit intensiver Nutzung (zum Beispiel Flur und Diele). Böden für gering oder zeitweise genutzte gewerbliche Bereiche sind in der Klasse 31 zusammengefasst. Vier Laminatböden erreichten die deklarierte Nutzungsklasse im Test nicht: Parador, Kronotex, Hagebau und Toom.

Klickverbindung

Klicken statt Kleben ist der Trend. Für den Test haben wir nur Laminat- und Parkettpaneele mit Klicksystem ausgesucht. Sie haben eine spezielle Fräsung an den Kanten. Nut und Feder werden meist schräg aneinander gelegt und rasten beim Her­unterdrücken des neu angefügten Elements ein. Diese Verbindung hält ohne Leim. Das erleichtert das Verlegen der Bodenelemente und ermuntert so manchen Heimwerker, sich einmal als Parkettleger zu versuchen.

Hersteller werben damit, dass sich die Elemente wieder lösen lassen. Vorteil: Man kann den Bodenbelag beim Umzug herausnehmen und in der neuen Wohnung wieder einbauen, falls die Raumgrößen passen. Allerdings kann eine beanspruchte Klickverbindung ihre Festigkeit verlieren und rasch beschädigt werden.

Vor allem bei den geprüften Laminatböden zeigten sich große Unterschiede in der Festigkeit der Klickverbindung. Nur „ausreichend“ schnitten hier die Elemente von Terhürne, Obi und Hagebau ab, das Laminat von Toom sogar „mangelhaft“. Das Praktiker-Fertigparkett kam auf dasselbe schlechte Urteil. Ebenso beim Test mit Bürostuhlrollen: Die Klickverbindungen lösten sich allein durch das Hin- und Herrollen auf der Oberfläche.

Tritt- und Raumschall

Eine Trittschalldämmung verhindert, dass die Nachbarn in der Wohnung darunter jeden Schritt mitverfolgen können. Rippenpappe, Schaumvlies, Kork- oder Gummimatten unter den Bodenelementen verlegt, dämpfen den Trittschall. Schwieriger in den Griff zu bekommen ist der Schall innerhalb eines Raums, in dem sich jemand mit Straßenschuhen bewegt. Für den Test wählten wir Laminatfußböden mit integrierter Trittschalldämmschicht aus. Sie soll auch den Raumschall begrenzen. Ergebnis: Dünne, plastische Dämmmaterialien wie bei den Laminaten von Obi und Kronoflooring verringern den Raumschall genauso gut wie dicke, schwere (Hagebau, Kronotex und Witex).

Elektrostatische Aufladung

Großflächig im Raum verlegte Kunststoffteppich- oder Laminatböden neigen dazu, sich elektrostatisch aufzuladen. Wir haben die Bodenbeläge in einer Prüfkammer bei 23 Grad Celsius Raumtemperatur und 25 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit untersucht. Solche Klimabedingungen erscheinen zunächst extrem, sind aber in der Praxis keine Seltenheit. Sie treten in einer gut beheizten Wohnung im Laufe des Winters durchaus auf.

Gemessen wurde die Höhe der Spannung, auf die eine Prüfperson beim Gang über die Laminat- und Fertigparkettproben aufgeladen wurde. Das Ergebnis überrascht nicht. Auf den Laminaten war der Tester viel stärker geladen als auf den Parketten. Spitzenwerte von 9 bis 10 Kilovolt erreichte er auf den Paneelen von Obi, Kronotex und Toom. Die meisten Menschen nehmen Entladungen ab 3 Kilovolt wahr. Entladungen von 9 bis 10 Kilovolt empfinden viele als sehr unangenehm. Empfindliche elektronische Geräte, auch Computer, können durch solch hohe Spannungen beim Berühren sogar beschädigt werden.

Die Hersteller bieten auch Böden an, die antistatisch ausgerüstet sein sollen. Im Test war nur ein antistatisch deklarierter Laminatboden, der als bestes Produkt immer noch Aufladungen von knapp 6 Kilovolt zuließ (HDM). Weniger spannungsgeladen waren die geprüften Parkettböden – bis auf eine Ausnahme: das Hagebau Fertigparkett Holz Profi.

Fußbodenheizung

Grundsätzlich eignen sich Parkett und Laminat für Warmwasser-Fußbodenheizungen. Sie erwärmen die Räume über die Fläche des Fußbodens. Heizkörper sind meist überflüssig. Laminat hat deutliche Vorteile, weil es eine schlechtere Wärmedämmung als Parkett hat. Wegen seiner Materialeigenschaften sollte Laminat nur schwimmend verlegt werden, also ohne feste Verbindung mit dem darunterliegenden Boden und zu den Wänden. Es lässt ausreichend Wärme zum Heizen des Raums durch.

Das fast doppelt so dicke Fertigparkett mit geringerer Rohdichte als Laminat dämmt besser und bremst den gewünschten Wärmeübergang in die Räume. Um eine Fußbodenheizung effektiv und Energie sparend betreiben zu können, sollten Parkettböden vollflächig verklebt werden. Eine schwimmende Parkettverlegung genügt meist nicht.

Die Empfehlungen der Hersteller von Fußbodenheizung und Hartboden sollten Sie unbedingt beachten. Je größer die Wärmedämmung des Fußbodens, desto höher muss die Heizwassertemperatur der Flächenheizung ausgelegt sein.

Verlegen

Wer handwerklich geschickt ist, dürfte mit dem Verlegen beider Bodenarten problemlos klarkommen. Beim Herausreißen alter Fußböden sollten Sie wegen des Untergrunds vorsichtig vorgehen. Bevor es richtig losgeht, lagern Sie die verpackten Bodenelemente mindestens zwei bis drei Tage im Raumklima – bei mindestens 18 Grad und 60 bis 75 Prozent relativer Luftfeuchte. Je nach Luftfeuchtigkeit dehnen sich Laminat und Parkett aus oder ziehen sich zusammen. Deshalb: An Wänden und Pfeilern Dehnungsfugen berücksichtigen. Auf keinen Fall den Belag festschrauben oder nageln.

Legen Sie sich einige Elemente zurück, um beschädigte später austauschen zu können. Da Farbe und Holzstruktur von Fertigparkett zwischen den Chargen ein wenig schwanken kann, notieren Sie sich die Chargennummer. Das hilft bei Reklamationen. Achten Sie auf beschädigte Verpackungen: Oft sind dadurch die Paneele nicht mehr einwandfrei.

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2 Kommentare Diskutieren Sie mit

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graun7 am 13.12.2019 um 09:34 Uhr
Flexplatten wurden bis Ende der 70er Jahre verbaut

Unser Wohnhaus in Berlin (Graunstrasse) wurde 1978 von der Degewo erbaut. Alle Wohneinheiten wurden mit asbesthaltigen Flexfloor-Platten ausgestattet (und mit asbesthaltigen Kleber verklebt). Diese Platten wurden also nicht nur bis in die 60er Jahre verbaut - siehe https://www.asbest-berlin.de/floorflex-platten/
2012 habe ich ohne es zu wissen diese Bodenplatten aus meiner Wohnung entfernt und den asbesthaltigen Bodenkleber heraus fräsen lassen (von einem Freund). Leider wusste keiner von uns, dass es sich um asbesthaltige Materialien handelt. Unser Vermieter wusste aber nachweislich schon im Jahr 2000 darüber Bescheid.
Die Gefahr wird nicht ernst genommen, da man davon ausgeht, dass von intakten Platten keine Gefahr ausgeht. Frank Bielka (Degewo Geschäftsführer) sah deshalb schon im Jahr 2000 keine Notwendigkeit, Mieter über mögliche aufzuklären - siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Bielka
Viele Mieter wissen noch immer nichts über die Asbestgefahr in Ihrer Wohnung.

ManuKant am 02.10.2015 um 20:04 Uhr
Immer noch hilfreich

Wenn auch schon etwas älter, finde ich den Artikel und die Testergebnisse von den Laminat und Parkettböden immer noch hilfreich. Ich suche nach einem Bodenbelag für mein Wohnzimmer von ca. 25 qm, da wird Parkett schon mächtig teuer, auch wenn ich eigendlich gerne echtes Holz hätte. Ich habe hier noch ein paar hilfreiche Infos über eher grundsätzliche Unterschiede im Aufbau von Laminat und Parkett gefunden: * http://bawos.ch/unterschied-zwischen-parkett-und-laminat*

*gelöscht vom Administrator

Beatrix59 am 03.09.2015 um 15:38 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Schleichwerbung