Klebstoffe: Kleben oder kleben lassen

Oft geht es ohne Kleber. Wenn nicht, sollte er schadstoffarm sein.

Laminatböden sind für eine schwimmende Verlegung konzipiert. Sie werden in der Regel nicht verklebt. Bei Klicksystemen ist auch kein Leim für die Nut- und Federverbindungen nötig.

Fertigparkettböden können verklebt oder schwimmend verlegt werden. Beides hat Vor- und Nachteile: Ohne Kleber ist die Arbeit einfacher, der Boden ist sofort begehbar und die Reparatur einzelner Platten fällt später leichter. Außerdem kommen keine Schadstoffe wie Klebstoff-Lösemittel ins Haus. Aber auch die verklebte Variante hat Vorteile: Raumschallgeräusche sind geringer und der Boden lässt sich später besser abschleifen. Beim Überbau einer Fußbodenheizung ist eine Klebung zu empfehlen, weil die Wärmeübertragung dann besser ist. Die Arbeit mit Kleber sollte allerdings Fachleuten vorbehalten sein.

Welcher Klebstoff verwendet wird, hängt vom Einzelfall ab: Je nach Parkettkonstruktion (Ein- oder Mehrschichtparkett, Stäbe oder Tafeln), Länge und Dicke der Paneele sowie der Art des Untergrunds eignen sich verschiedene Kleber (Herstellerangaben beachten). Manche setzen Lösemittel und andere Schadstoffe frei. Sie können Augen und Schleimhäute reizen und zum Teil Allergien auslösen.

Aufträge an Verlegefirmen sollten das Einhalten der entsprechenden Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) vertraglich festhalten. Die TRGS 610 verpflichtet Bodenleger dazu, den ungefährlichsten Klebstoff zu verwenden. Lassen Sie sich das Sicherheitsdatenblatt des Klebstoffs aushändigen.

Lösemittelfreier Dispersionskleber (Kunstharz- oder Naturharzklebstoffe in Wasser gelöst) ist grundsätzlich zu empfehlen – und häufig auch anwendbar. Der Giscode, eine Buchstaben-Zahlen-Kombination der Bau-Berufsgenossenschaften, gibt Auskunft zum Schadstoffgehalt: Dispersionskleber sind von D1 (lösemittelfrei) bis D7 (fünf bis zehn Prozent Lösemittel) gekennzeichnet. Stark lösemittelhaltige Kleber mit mehr als zehn Prozent Lösemittelanteil (S1 bis S6) sind für Innenräume nicht zu empfehlen. Der Emicode, ein Prüfzeichen des Herstellerverbands, erfasst auch schwer flüchtige Stoffe wie Weichmacher: EC1 ist die emissionsärmste Klasse.

Reaktionskleber wird eingesetzt, wenn sich Dispersionskleber nicht eignet. Üblich ist Zweikomponenten-Polyurethankleber (Giscode: RU), seltener Epoxidharzkleber (RE). Beide Kleber gibt es ohne Lösemittel (RU1, RE1), sie enthalten aber andere Problemstoffe wie zum Beispiel Isocyanate.

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