Laminat und Fertigparkett Test

Echtes Holz oder Holzdekor, Sonderangebot aus dem Baumarkt oder teure Markenware: Welcher Boden ist der beste? Im Test: Zehn Laminatböden und zehn Fertigparketts. Die Qualitätsunterschiede sind groß. Einige Böden halten nicht gut. Ihre Oberfläche nutzt sich zu schnell ab. Vier Laminate und sechs Fertigparketts sind gut. Den stärksten Auftritt hat das Parkett von Meister. Endnote: sehr gut. test.de gibt Entscheidungshilfe für Heimwerker und Wohnzimmerarchitekten.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren test: Laminat

Laminat preisgünstig und angesagt

Echtes Holz oder Holzdekor: Das ist Geschmackssache. Die Deutschen stehen auf Laminat. Sie gehen drauf. Auf Holzdekor. Laminat verkauft sich fast viermal so gut wie Fertigparkett. Der Kunstboden ist preisgünstig: pro Quadratmeter etwa 10 bis 27 Euro. Fertigparkett kostet dagegen bis zu 50 Euro. Das sind die Preise für die getesteten Marken. In Fachgeschäften gibt es noch teurere Markenware, in Baumärkten aber auch billigere Sonderangebote. Das billigste Laminat überhaupt kostet kaum sechs Euro pro Quadratmeter.

Fototapete für den Boden

Der Kunstboden ist wie Fototapete für den Boden. Die Nutzschicht aus imprägniertem Dekorpapier zeigt Holz, Keramik oder Stein. Darüber liegt eine Schicht Kunstharz, darunter ein Träger aus hochverdichteter Holzfaserplatte (HDF). Die getesteten Laminatböden sind bereits von unten gegen Trittschall gedämmt. Gut für den Nachbarn und für die eigenen Nerven. Laminat hat eine harte Oberfläche: Darauf krachen die Schritte. Die integrierte Dämmung dämpft den Schall. Bei Laminatböden ohne Trittschalldämmung gehört Rippenpappe, Schaumvlies, Gummi oder Kork als Schalldämmung untendrunter.

Robust und pflegeleicht

Laminat ist robust und pflegeleicht. Es lässt sich saugen oder wischen. Aber nur feucht. Stehendes Wasser und dauerhafte Feuchtigkeit sind tabu. Für Bad und Keller ist Laminat deshalb nicht geeignet. Die Paneele werden in Nutzungsklassen unterteilt – je nach Belastbarkeit. Beispiel: Nutzungsklasse 23 für Wohnbereiche mit intensiver Nutzung wie Flur und Diele, Nutzungsklasse 31 für gewerbliche Bereiche mit geringer oder zeitweiser Beanspruchung. Die getesteten Laminatböden sind für eben diese Bereiche vorgesehen. Trotzdem ist Laminat nicht gleich Laminat.

Schwachpunkt Haltbarkeit

Sechs Laminate hatten im Test Probleme mit der Haltbarkeit. Das gilt vor allem für Hagebau Pico Stilly, Kronotex Dynamic-Clic und Toom O.K.-Laminat. Sie halten nur ausreichend. Vor allem Stuhlrollen setzen den Böden böse zu. Beim O.K.-Laminat von Toom leiern außerdem die Klickverbindungen aus und das Laminat von Kronotex hält die deklarierte Nutzungsklasse nicht ein. Gut sind die geprüften Laminatböden von HDM, Witex, Kronoflooring und Bauhaus. HDM und Witex halten sogar sehr gut.

Bestes Laminat von HDM

Testsieger ist das Laminat von HDM – vor allem, weil es sich elektrostatisch nicht so stark auflädt wie die anderen Laminate. Erfreulich: Die Paneele von HDM kosten nur 13 Euro pro Quadratmeter. Witex – die Nummer zwei im Test – ist gut doppelt so teuer. Quadratmeterpreis: 26,40 Euro. Alle Laminatböden sind sehr gut für Fußbodenheizungen geeignet. Der Kunstboden isoliert kaum. Er lässt die Wärme aus dem Fußboden fast ungehindert passieren. Nachteil: Bei anderen Heizungsarten ist Laminat eher fußkalt.

Echtes Holz bringt Wärme

Solche Probleme gibt es bei Fertigparkett nicht. Echtes Holz bringt Wärme. Die Nutzschicht aus Buchenholz, Eiche, Ahorn oder Kirsche ist zwar nur wenige Millimeter stark, isoliert aber gut. Auch die Trägerschicht ist beim getesteten Fertigparkett aus Vollholz. Über dem Holz liegt nur ein farbloser Lack. Der Trend geht neuerdings aber zu Fertigparkett mit einem Träger aus Faserplatte - wie beim Laminat. Noch ein Vorteil: Holz lädt sich elektrostatisch kaum auf. Wer über Parkettboden läuft, bekommt keine gespratzelt. Anders beim Laminat. Die Tester registrierten hier Entladungen von sechs bis zehn Kilovolt. Ab etwa drei Kilovolt sind solche Entladungen spürbar. Neun bis zehn Kilovolt sind für viele Menschen schon unangenehm. Empfindliche Geräte wie Computer können durch die statische Entladung beschädigt werden.

Meister ist Meister

Parkett gilt als besonders wohnlich. Die Holzoberfläche ist weicher – aber auch entsprechend empfindlicher. Im Abriebtest wurden die Fertigparkette deshalb weniger hart rangenommen. Krach machen die Schritte auf Parkett allerdings auch. Die Paneele müssen - wie Laminat - gegen Trittschall gedämmt werden. Sechs Parkettböden sind gut. Das beste Fertigparkett kommt von Meister: Tritec, Buche natur. Testurteil: Sehr gut. Note: 1,4. Preis pro Quadratmeter: 48,50 Euro - zweitteuerstes Produkt im Test. Bis zu 17 Euro billiger sind die Parkettböden von Bauhaus und OBI. Testurteil: Gut, Note 1,9.

Verlegen einfach

Ob Fertigparkett oder Laminat: Alle getesteten Böden lassen sich einfach verlegen. Ohne Kleber. Die Paneele werden nur zusammengesteckt. Die Klickverbindungen rasten ineinander ein. Der Boden wird nicht auf dem Untergrund befestigt. Fachleute sprechen deshalb von schwimmender Verlegung. Am besten funktioniert das Verlegen bei den Produkten von Parador. Auch das Laminat von Kronoflooring lässt sich sehr gut verlegen.

Ohne Kleber

Vorteil der Klicksysteme: Die Paneele können später einfach entfernt werden – etwa für einen Umzug. Nachteil: Die Klickverbindung kann durch die Belastung ausleiern. Dann lässt sich der Boden zwar einfach entfernen, aber nicht wiederverwenden. Manche Fachleute schwören auf Leim, weil er die Fugen gleichzeitig gegen Feuchtigkeit schützt. Für Klicksysteme mit imprägnierten Kanten ist Leim jedoch ungeeignet. Beachten Sie die Hinweise des Anbieters. Infos zum Verlegen gibt es in Baumärkten, Büchern und Fachgeschäften.

Komplett+Interaktiv: Test Hartböden aus der Zeitschrift test

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