Kopf­läuse erkennen und bekämpfen

Um die juckenden Blutsauger sicher loszuwerden, reicht ein gutes Läuse­mittel allein nicht aus. Die empfohlenen Prozeduren erfordern Zeit und genaues Hinsehen.

Läuse erkennen

Läuse­mittel im Test Test

Laus. Die Tiere legen ihre Eier, die Nissen, dicht an Haarwurzeln.

Bei Verdacht, etwa wenn Ihr Kind sich am Kopf kratzt, heißt es: Schau genau! Achten Sie vor allem auf die Schläfen, auf Stellen im Nacken und hinter den Ohren. Läuse sind wenige Milli­meter lang, sechs­beinig, grau bis braun. Ebenfalls alarmierend sind kleine tropfenförmige Nissen, also Läuseeier, dicht an der Kopf­haut. Viel besser als mit bloßem Auge klappt die Kontrolle mit einem Läusekamm. Er ist dann genauso zu nutzen wie zur Behand­lung (siehe Foto unten).

Läuse wirk­sam bekämpfen

Am zuver­lässigsten wirkt eine Kombination aus Läuse­mittel und regel­mäßigem Auskämmen. Dafür empfiehlt das Robert-Koch-Institut einen Zeitplan, der den Entwick­lungs­zyklus von Kopf­läusen berück­sichtigt: Die erste Anwendung tötet die erwachsenen Läuse, die unentbehr­liche zweite Anwendung aber auch die später geschlüpften Larven.

  • Tag 1: Behandeln Sie Haare und Kopf­haut mit einem Läuse­mittel. Kämmen Sie das Haar danach nass mit einem Läusekamm aus.
  • Tag 5: Geben Sie eine herkömm­liche Pfle­gespülung in das Haar. Kämmen Sie es dann mit einem Läusekamm aus. So lassen sich Eier (Nissen) und nachgeschlüpfte Larven entfernen.
  • Tag 8, 9, oder 10: Behandeln Sie Haar und Kopf­haut unbe­dingt ein zweites Mal mit einem Läuse­mittel. Das tötet spät geschlüpfte Larven ab. Anschließend auskämmen.
  • Tag 13: Kontrollieren Sie, ob die Behand­lung erfolg­reich war. Geben Sie eine Pfle­gespülung in das das nasse Haar und kämmen Sie es mit einem Läusekamm aus.
  • Tag 17: Eventuell letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen mit Pfle­gespülung und Läusekamm.

Mehr Infos zur Anwendung der Läuse­mittel und -kämme finden Sie weiter unten in der Check­liste.

Läusekiller korrekt anwenden

Bekämpfen Sie entdeckte Läuse möglichst bald mit einem geeigneten Mittel. Um die volle Wirkung zu erzielen, ist es wichtig, der Gebrauchs­anleitung genau zu folgen. Meist sind die Präparate groß­zügig aufs trockene Haar aufzutragen. Danach soll es über­all feucht aussehen, was auf eine ausreichende Menge hinweist. Halten Sie unbe­dingt die Einwirk­zeit ein, bevor Sie das Mittel ausspülen – in der Regel nicht nur mit Wasser, sondern mehr­mals mit einem handels­üblichen Shampoo.

Zweimal mit Läuse­mittel behandeln

Egal wie gut die Präparate gegen Läuse wirken – sie töten die Eier nicht immer zuver­lässig. Es könnten also neue Plage­geister nach­schlüpfen. Um auch die zu erwischen, ist nach acht bis zehn Tagen eine zweite „Läuse-Kur“ erforderlich – selbst wenn die Anleitungen einzelner Mittel es anders angeben.

Kamm hinzuziehen

Läuse­mittel im Test Test

Läusekamm. Er hilft, Läuse zu entdecken und zu entfernen.

Experten raten bei jeder Behand­lung zum Doppel­pack: Läuse­mittel plus Läusekamm. Der Zinken­abstand sollte maximal 0,2 Milli­meter betragen. Lang­zinkige und stabile Kämme aus Metall oder hartem Kunststoff eigneten sich in unserem letzten Test von Läusekämmen für lange, lockige wie kurze Haare.

Korrekt kämmen

Der Läusekamm kommt am besten im feuchten, vorgekämmten Haar zum Einsatz – vor oder nach Auswaschen des Läuse­mittels. Nehmen Sie sich Strähne für Strähne einzeln vor; ziehen Sie den Kamm von der Kopf­haut zu den Spitzen. Streifen Sie ihn zwischen­durch an Küchen­papier ab. Wenn Sie Haare, Kamm und Küchen­papier immer mal gründlich anschauen, können Sie Läuse und Eier erkennen. Tragen Sie dabei erst eine Pfle­gespülung auf das feuchte Haar auf. Dann lässt es sich leichter kämmen.

Ärzt­lichen Rat einholen

Gesunde Menschen können Läuse unkompliziert zu Hause bekämpfen, empfindliche Personen sollten aber ärzt­lichen Rat einholen. Empfehlens­wert ist das etwa bei:

  • Säuglingen
  • Menschen mit erkrankter oder wund­gekratzter Kopf­haut
  • Schwangeren und Stillenden

Auch finanziell kann ein Arzt­besuch lohnen. Manche Läuse­mittel werden für Kinder von der Krankenkasse erstattet, wenn der Arzt sie verordnet – auch mehrere positiv bewertete aus dem aktuellen Test (siehe Tabelle).

Auf Haus­mittel verzichten

Mit Haus­mitteln wie Speiseöl, heißer Föhn­luft oder einem Sauna­besuch lassen sich Läuse nicht ausrotten.

An andere denken

Bis Läuse auffallen, hat die Population meist schon andere Köpfe besiedelt. Checken Sie daher bei einem „Läusefund“ alle Personen im Haushalt. Wieder­holen Sie das am besten nochmals einige Tage später. Eltern sind zudem verpflichtet, Einrichtungen wie die Schule oder Kita betroffener Kinder zu informieren, damit andere Eltern Bescheid bekommen und ebenfalls ihr Kind kontrollieren können. Namen von Betroffenen werden dabei nicht genannt.

Groß­putz lassen

Läuse­mittel im Test Test

Stoff­tiere. Nach heutigem Stand ist Einpacken und Einfrieren entbehr­lich.

Alles putzen, massenhaft waschen, Kuscheltiere einfrieren – solche Groß­aktionen haben sich in Studien als über­flüssig erwiesen. Läuse verlassen menschliche Köpfe ungern und sterben dort nach wenigen Stunden bis maximal drei Tagen. Wer sicher gehen will, kann gezielt etwa Bett­zeug oder Mützen waschen oder Bürsten und (Läuse-)Kämme in heißem Seifen­wasser reinigen. Doch die Haupt­energie sollte den Köpfen gehören.

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TestLäuse­mittel im Test28.08.2018
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