Läuse­mittel im Test Was gegen Kopf­läuse hilft

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Läuse­mittel im Test - Was gegen Kopf­läuse hilft
Unver­zicht­bar bei jeder Behand­lung: ein Läusekamm. © Getty Images / Catherine Delahaye

Wenn es auf Kinder­köpfen krabbelt, ist der Schreck oft groß. Läuse­mittel versprechen Abhilfe. Die Stiftung Warentest hat zwölf viel­verkaufte Präparate gegen Läuse – Lösungen, Sprays und Shampoos – bewertet (Preise: 7,99 bis 25,45 Euro pro 100 Milliliter). Drei davon können unsere Arznei­mittel­experten uneinge­schränkt empfehlen, drei weitere sind auch geeignet. Für Läusekiller gilt: Damit sie sicher wirken, müssen Nutzer sie korrekt anwenden. Wir sagen, was dabei zu beachten ist.

Inhalt

Läuse wandern von Kopf zu Kopf

Läuse nisten sich liebend gerne auf Menschen­köpfen ein. Die Mini­parasiten finden dort alles, was sie brauchen: Nahrung, indem sie winzige Mengen Blut abzapfen, außerdem lauschige Plätz­chen für ihre Eier, die sie dicht an Haarwurzeln fest­kleben. Kopf­läuse wandern viel herum, daher werden sie leicht über­tragen. Es reicht, wenn die Haare zweier Menschen sich berühren. Besonders leichtes Spiel haben Läuse bei Kindern. Sie stecken weit­aus häufiger die Köpfe zusammen als Erwachsene, etwa beim Spielen, Kuscheln, Toben.

Das bietet der Läuse­mittel-Test der Stiftung Warentest

Test­tabelle.
Sie zeigt Bewertungen unserer Arznei­mittel­experten für 12 viel­verkaufte Läuse­mittel. Drei Mittel sind geeignet, drei auch geeignet, vier mit Einschränkung geeignet und zwei wenig geeignet (eine Definition unserer Bewertungs­stufen finden Sie in unserer Daten­bank Medikamente im Test).
Hintergrund und Tipps.
Wir erklären, woran Sie Kopf­läuse erkennen und wie Sie sie bekämpfen.
Heft­artikel.
Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf den Testbe­richt aus test 9/2018.

Gut kontrollieren und zügig behandeln

Kopf­läuse über­tragen hier­zulande keine Krankheiten. Aber sie verschwinden nicht von allein und können ruck­zuck ganze Kinder­garten­gruppen oder Schulklassen befallen. Um all diesen Problemen vorzubeugen, zählen bei Läuse­verdacht gründliche Kontrollen der Köpfe und wenn nötig eine zügige Behand­lung.

Sechs Läusekiller positiv bewertet

Die Stiftung Warentest hat 12 viel­verkaufte Läuse­mittel bewertet. Experten sichteten Studien zur Wirk­samkeit sowie Daten zu den Risiken. Aufgrund neuerer, aussagekräftiger Forschungs­ergeb­nisse haben sich in unserer Arznei­mittel­daten­bank Medikamente im Test mehrere Bewertungen gegen­über früheren geändert. Als Mittel der Wahl gelten nun einige, aber nicht alle bewerteten Präparate mit dem Wirk­stoff Dimeticon – einem Öl, das Läuse erstickt, indem es ihre Atemwege verklebt. Fast genauso gut eignen sich zwei Mittel mit altbekannten Insektengiften, die die Nerven von Läusen lähmen, sowie eines mit Mineralöl. Manche Präparate können Ärzte Kindern verordnen. Dann zahlt sie die Krankenkasse.

Mittel korrekt anwenden

Für alle Läusekiller gilt: Damit sie sicher wirken, müssen Nutzer sie groß­zügig auftragen und Anwendungs­fehler vermeiden – also die jeweilige Gebrauchs­anleitung genau beachten. In aller Regel sind zwei Behand­lungen im Abstand von ungefähr einer Woche notwendig. Unver­zicht­bar ist bei jeder Behand­lung zusätzlich ein Läusekamm, um tote wie über­lebende Plage­geister „auszukehren“.

Tipp: Läusekämme verschiedener Zinkenlängen haben wir letzt­mals 2008 getestet (Läusekämme). Ob die Kämme noch unver­ändert angeboten werden, haben wir nicht über­prüft.

An andere denken

Bis Läuse auffallen, haben sie meist schon andere Köpfe besiedelt. Daher ist es wichtig, bei einem Läusefund alle anderen Personen im Haushalt gründlich zu checken. Zudem sind Eltern betroffener Kinder verpflichtet, Einrichtungen wie die Schule oder den Kinder­garten zu informieren – damit deren Leitung (ohne Nennung des Namens) andere Eltern bitten kann, ihr Kind ebenfalls auf Läuse zu unter­suchen. Schämen braucht sich niemand. Mit mangelnder Hygiene haben Kopf­läuse nach heutigem Wissens­stand nämlich rein gar nichts zu tun.

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6 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 31.10.2019 um 09:03 Uhr
Alternative?

@gaevernitz: Wir bedauern, elektrische Läusekämme haben wir bisher nicht untersucht, so dass wir leider keine Aussage über deren Wirksamkeit machen können. (bp)

gaevernitz am 30.10.2019 um 17:15 Uhr
Alternative?

Sehr geehrte Damen und Herren,
mich würde Ihre Meinung zu elektrischen Läusekämmen interessieren.
Vielen Dank im Voraus.

gaevernitz am 30.10.2019 um 17:13 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 07.09.2018 um 10:46 Uhr
Unser Vorgehen bei der Bewertung der Läusemittel

@mikrona: Unsere Untersuchung der Läusemittel folgt im Vorgehen den Arzneimittelbewertungen der Stiftung Warentest.
Dabei handelt es sich keineswegs nur um die Widergabe einer schlichte Expertenempfehlung.
Vielmehr sichten unabhängige Gutachter die aktuelle Studienlage zu den einbezogenen Mitteln und bewerten sie nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin:
Geprüft wird, ob der Nutzen die Risiken übersteigt und durch aussagekräftige Studien belegt ist.
Unter anderem sollten die Studien über eine – mit Standard- oder Scheinpräparat (Placebo) behandelte – Vergleichsgruppe und eine ausreichend hohe Teilnehmerzahl verfügen.
In der vorliegenden Untersuchung kamen unsere Experten zu dem Ergebnis, dass die Studienlage zu verschiedenen, positiv bewerteten Dimeticon-Präparaten alles andere als dürftig ist.
Vertiefte Informationen zur Methodik finden sich unter https://www.test.de/medikamente/methodik/
(Sa/PF)

mikrona am 02.09.2018 um 19:10 Uhr
Schnelles Dimeticon von der Krankenkasse erstattet

Ein Hinweis im Artikel fehlt: Die meisten Ärzte verordnen das Produkt NYDA (Wirkstoff Dimeticon), das über 8 Stunden einwirken muss. In den Apotheken werden meistens Präparate empfohlen, die nur 10-20 Minuten Einwirkzeit brauchen. Die meisten von diesen Mitteln sind leider nicht rezeptfähig. Es gibt aber zwei Dimeticon- Produkte, die durch den Zusatz von Alkohol schneller wirken sollen und ebenfalls nur 15 bzw . 20 Minuten einwirken müssen. Allerdings dürfte durch den Alkohol auch die Hautverträglichkeit schlechter sein. Hausärzte oder Kinderärzte dürfen diese beiden Präparate kostenfrei (bis zum Alter von 12 Jahren) zu Lasten der Krankenkasse auf ein Rezept schreiben. Das eine landete beim "Test" (der nur eine Empfehlung ist) auf Platz 1: Dimet 20 (Wirkstoff: Dimeticon zugesetzt mit dem Alkohol Dodecanol) mit einer Einwirkzeit von 20 Minuten das andere ist Hedrin Once Liquid GEL (Wirkstoff: ebenfalls Dimeticon mit dem Alkohol Nerolidol) mit einer Einwirkzeit von 15 Minuten.