LCD-Fernseher von Plus Schnelltest

Plus bietet Flaches an: Der Discounter hat einen LCD-Fernseher von Gericom für 777 Euro im Angebot. Das ist wenig Geld für ein Gerät mit Flüssigkristallanzeige. Im aktuellen Fernsehgeräte-Test 10/2004 kostete das billigste Modell mit einer Bildschirmdiagonale von 51 Zentimeter immerhin 915 Euro. Plus trumpft auf mit 66 Zentimetern. Und das Gerät ist gerade mal knapp zehn Zentimeter tief. Doch attraktive Maße nützen wenig, wenn die Qualität nicht stimmt. Der Schnelltest schafft Klarheit.

LCD gegen Röhre

LCD-Fernseher von Plus Schnelltest

Bislang galt: Röhrenfernseher waren in Sachen Bild besser als Fernseher mit Flüssigkristallanzeige. Das hat der letzte Farbfernsehertest 10/2004 gezeigt. Inzwischen haben die Hersteller nachgelegt. Mit Erfolg: Einzelne Flach-Fernseher können nun mit Röhrengeräten mithalten. Doch ein Nachteil bleibt: Sie sind teurer. Vorteil demgegenüber: LCD-Fernseher sind flacher und leichter als Röhrengeräte.

Flach und relativ leicht

Leichter heißt allerdings nicht leicht. 22 Kilogramm bringt das Paket auf die Waage. Kleiner Trost: Röhrengeräte wiegen schon mal locker das Doppelte. Der Plus-Fernseher lässt sich trotz des Gewichts gut tragen. Das Gerät ist stabil verpackt und der Karton hat zwei Griffe. Den Plus-Fernseher können Käufer allein aufstellen. Bei Röhrengeräten ist das in der Regel nicht zu schaffen.

Komplizierte Montage

Hat man nun das Transportieren und Aufstellen ohne große Anstrengung hinter sich gebracht, wartet beim Anbauen des Standfußes eine echte Hürde: Laut Beschreibung sollen Kunden den Fernseher auf die Vorderseite legen. Die Prüfer hatten Bedenken: Die Frontscheibe kann Kratzer bekommen. Ein Handtuch oder eine Decke können das verhindern. Nun sollen vier Schrauben den Standfuß am Fernseher befestigen. Wies geht, bleibt zunächst im Dunkeln. Die Bedienungsanleitung hilft nicht weiter. Des Rätsels Lösung: Die Platte unterhalb des Standfußes muss so verdreht werden, dass die Löcher erreichbar sind.

Wie ein Spiegel

Ein ordentliches Bild könnte wieder Freude am Gerät aufkommen lassen. Doch der Frust geht weiter. Schon bevor der Fernseher eingeschaltet ist, fällt das Spiegeln der Frontscheibe auf. Das stört auch im Betrieb: Fenster oder Lampen drängeln sich ins Fernsehbild. Das gibts sonst bei LCD-Fernsehern nicht.

Rot, treppenartig und konturenlos

Auch sonst macht Fernsehen mit dem Plus-Angebot keinen Spaß. Der Sendersuchlauf dauert recht lange. Zusätzlich ist viel Zeit fürs Sortieren der Sender nötig. Automatische Sortierung: Fehlanzeige. Schärfe und Farbe sind ganz ordentlich, aber dafür produziert der Flachmann aus dem Plus-Angebot etwas zuviel Kontrast und eine ganze Reihe von Bildfehlern. Die Gesichter von Nachrichtensprecherinnen wirken flach. Auf anthrazitfarbener oder schwarzer Kleidung tauchen unmotiviert dunkle Punkte auf. Gebogene Kanten erscheinen als Treppe, und bei Bewegungen wird das Bild unscharf. Außerdem stört ein roter Farbstich. Immerhin: Das Gerät hat reichlich Reserve zum Nachregeln von Helligkeit, Farbe und Kontrast.

Wenig Bass, wenig Stromverbrauch

Typisch für Flachfernseher: Der Ton ist dünn. Bass fehlt fast völlig. Die Lautsprecher haben dafür nicht das nötige Volumen. Bei Stimmen stört das allerdings kaum: Sie klingen halbwegs natürlich. Für MTV allerdings ist der Plus-Fernseher kaum geeignet. Kleiner Pluspunkt noch: Der Gericom-Fernseher verbraucht wenig Strom. Im Stand-By sinds nur 0,7 Watt. Ein echter Netzschalter machte zudem echte Nulldiät möglich.

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