Kritische Mengen: Diese Schad­stoffe haben wir gefunden

Kuscheltiere Test

Mitte: Vorbereiten. Bevor die Tester das kleine Monster Frizzy Fang im Labor auf Schad­stoffe prüfen, zerlegen sie es fein säuberlich in seine Einzel­teile.
Rechts: Analysieren. Proben der blauen Mähne werden abge­wogen, Schad­stoffe wie PAK mit Löse­mittel heraus­gelöst und anschließend bestimmt.

  • Duft­stoffe. Die Ohren des Toys“R“Us-Bären sind parfümiert. Spielzeug für Klein­kinder sollte aber laut Bundes­institut für Risiko­bewertung wegen der möglichen all­ergenen Wirkung keine Duft­stoffe enthalten.
  • Form­aldehyd. Die Substanz kann Krebs erzeugen. Die Spiel­zeugnorm DIN EN 71–9 erlaubt maximal 30 Milligramm pro Kilogramm. Die Füße des Kösen-Pinguins über­schreiten den Wert. Für uns heißt das: mangelhaft, auch wenn dieser Teil der Norm nicht recht­lich bindend ist.
  • NPE. Teile von drei Plüschtieren enthalten deutlich mehr als 100 Milligramm Nonylphenoleth­oxylate pro Kilogramm. Die EU plant, dass wasch­bare Textil­erzeug­nisse künftig unter diesem Wert bleiben müssen. NPE sollen nicht in die Umwelt gelangen, weil sie für Wasser­organismen giftig sind.
  • PAK. 13 Plüschtiere sind mit dem krebs­erzeugenden poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoff Chrysen belastet, 7 enthalten das vermutlich krebs­erzeugende PAK Naph­thalin in deutlichen Mengen. Das EU-Chemikalienrecht beschränkt ab 27. Dezember 2015 den Gehalt von acht krebs­erzeugenden PAK, darunter Chrysen, in Spiel­zeug­teilen aus Gummi oder Kunststoff auf 0,5 Milligramm pro Kilogramm. Eine unbe­denk­liche Dosis lässt sich aber nicht bestimmen. Die Bundes­regierung hatte im Jahr 2010 als Grenz­wert 0,2 Milligramm pro Kilogramm vorgeschlagen. Das unabhängige deutsche GS-Zeichen für Geprüfte Sicherheit legt für die acht krebs­erzeugenden PAK in Spielzeug diesen Grenz­wert fest, für Naph­thalin in Plüschtieren 1 Milligramm pro Kilogramm. Wir bewerten nach diesen Vorgaben des GS-Zeichens.
  • Phthalate. Diese Weichmacher fanden wir im Käthe-Kruse-Drachen und im Tedi-Teddybär. Phthalate können ausdünsten und sich durch Reibung lösen. Beim Menschen lassen sie sich im Blut und Urin nach­weisen. Diisobutylph­thalat (DIBP) kann wie Diethylhex­ylph­thalat (DEHP) die Fort­pflan­zungs­fähig­keit gefährden. DEHP ist seit Jahren in Spielzeug verboten.

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