Kurzschlussgefahr bei Defibrillatoren Meldung

Vereinzelt fehlerhaft: Medtronic Defibrillator.

Das deutsche Medizintechnik-Unternehmen Medtronic lässt weltweit 87 000 so genannte Defibrillatoren überprüfen. Die Geräte sollen ein Kammerflimmern automatisch erkennen und gezielt einen Schock auslösen, um das Herz wieder zurück in den normalen Rhythmus zu bringen. Herkömmliche Herzschrittmacher seien entgegen irreführender Pressemeldungen nicht betroffen, erklärte das Unternehmen gestern Nachmittag.

Bislang kein Patient geschädigt

In einem Schreiben an Ärzte berichtete Medtronic, dass bislang 9 von weltweit 87 000 implementierten Geräten ausgefallen sei. Alle fehlerhaften Geräten seien bei Routineunersuchungen entdeckt worden. Kein Patient kam zu Schaden, heißt es in einer Medtronic-Pressemitteilung. Betroffen seien ausschließlich Geräte mit Batterien, die zwischen April 2001 und Dezember 2003 hergestellt wurden. Folgende Typen können nach Angaben des Herstellers den Fehler aufweisen: Marquis VR/DR, Maxima VR/DR ISCs, InSync Marquis und InSync III Marquis. In Deutschland seien 5 000 dieser Geräte implantiert worden.

Arzt entscheidet über Austausch

Medtronic hat damit begonnen, Ärzte über den möglichen Defekt von Defibrillatoren zu informieren. Diese sollen im Einzelfall entscheiden, ob einzelne Geräte ausgetauscht werden müssen. Falls ein Austausch erforderlich sei, werde Medtronic die Kosten übernehmen, hieß es. Defibrillatoren werden in die Brust eingepflanzt. Die für den Austausch nötige Operation dauert unter normalen Umständen ein bis drei Stunden.

Unter Umständen Operation nötig

Das Ausfallrisiko der betroffenen Defibrillatoren bei extremer Belastung gibt Medtronic mit 0,2 bis 1,5 Prozent nach drei Jahren Betrieb an. Der Fehler sei bei internen Qualitätskontrollen entdeckt worden. Bei einzelnen Geräten versage die Batterie. Das Risiko für Patienten sei extrem gering, erklärte Steve Mahle, Präsident des Medtronic Cardiac Rhythm Managements. Dennoch fühle sich das Unternehmen in der Pflicht, Ärzte und Patienten zu informieren. Dazu hat das Unternehmen eine Hotline geschaltet. Sie ist unter 02 11/5 29 31 12 zu erreichen. Im Internet sind Informationen bislang unter www.medtronicinfo.com nur in englischer Sprache verfügbar.

Späte Reaktion auf Falschmeldungen

Zunächst hatten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf eine Meldung des Nachrichtenmagazins Focus über fehlerhafte Herzschrittmacher berichtet. Erste Online-Meldungen erschienen am Sonntagnachmittag. Erst heute Nachmittag verbreitete Medtronic selbst eine detaillierte Erklärung und korrigierte fehlerhafte Presseberichte.

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