Berufsbild Social Media-Manager: Ständig im Dialog

Facebook und Twitter werden für Unternehmen immer wichtiger. Aber viele wissen nicht, worum es geht. Eine Jobchance für Kenner. Wir beantworten sechs Fragen zum Social Media-Manager.

1. Was macht ein Social Media-Manager?

Ein Social Media-Manager, auch Social Media-Berater genannt, organisiert die Präsenz eines Unternehmens im Web 2.0, zum Beispiel den Auftritt der Stiftung Warentest bei Facebook und Twitter. Er steuert die Aktivitäten bei Facebook, Twitter und anderen Kanälen und treibt deren Vernetzung voran.

2. Welche Aufgaben hat ein Social Media-Manager?

Zuallererst nutzt er diese Art der Kommunikation für PR und Marketingzwecke. Dafür muss er die Spielregeln des Web 2.0 beachten, denn hier geht es immer um den Dialog: Die Nutzer wollen mit originellen und wertvollen Inhalten unterhalten werden und selbst kommentieren, loben und empfehlen. Der Social Manager entwickelt dafür die Ideen, sucht die passenden Kanäle aus und kontrolliert, wie die Aktivitäten beim Publikum ankommen.

Aber auch in andere Unternehmensbereiche ist ein Social Media-Beauftragter oft eingebunden. Weil Social Media für die Personalsuche immer wichtiger werden, kümmert sich der Manager darum, dass die Firma in der „community“ einen guten Ruf hat. Für Vertrieb und Kundenservice bietet der direkte Draht zum Kunden ebenfalls Chancen und Risiken, die gesteuert werden wollen. Und nicht zuletzt lassen sich die neuen Medien gut für die Marktforschung nutzen. Es gilt hier, die Diskussionen in Foren und Blogs zu verfolgen.

3. Wer kann Social Media-Manager werden?

Wichtigste Voraussetzungen sind Neugierde und eigene Erfahrungen mit Social Media. Nicht zwingend, aber hilfreich sind Vorkenntnisse aus klassischem Marketing und PR. Außerdem sollten Bewerber kreativ, kommunikativ und selbstständig sein.

4. Wie wird man Social Media-Manager?

Eine konkrete Ausbildung zum Social Media-Manager gibt es nicht. Gerade für die Pioniere der Branche galt ohnehin: „Learning by doing“. Ein Studium im Bereich Kommunikationswissenschaften oder Medien waren und sind aber sicher eine gute Voraussetzung. Für Einsteiger bieten Bildungsinstitute inzwischen vermehrt Weiterbildungsangebote an. Dabei sind Lehrgänge zum Social Media-Manager meist länger und umfassender, während Kurse zu Teilbereichen wie Social Media-Marketing auch in wenigen Tagen die Grundlagen vermitteln.

5. Wie sind die Berufschancen im Bereich Social Media?

Gut. Die Zahl der Unternehmen, die Social Media für ihr Geschäft nutzen, wächst rasant. So sind im Jahr 2011 mehr als die Hälfte aller deutschen Firmen in den sozialen Netzwerken aktiv, im Jahr 2010 waren es noch 41 Prozent. Analog steigt die Zahl der Jobs in dem Bereich. So stellt die Recruiting Agentur Staufenbiel fest: „Während einige Jobs aussterben, entstehen neue Jobs. Etwa Twitter-Coaches und Social Media-Manager. Fast 28 000 von 1,2 Millionen Stellenangeboten bei der Stellenbörse Kimeta richten sich inzwischen an Experten für Social Media, nur noch rund 2 000 an Systemadministratoren.“

6. Welche Verdienstmöglichkeiten hat ein Social Media-Manager?

Bislang gibt es kaum Vergleiche zur Einkommenssituation. Selbst der Blogger und Kenner der Szene Jochen Mai schreibt: „Da der Job auch noch neu ist, gibt es kaum Referenzen. Aber ich vermute, die Bandbreite reicht von 50 000 bis 100 000 Euro (und gegebenenfalls höher) – eben je nach Branchen, Betriebsgröße und Hierarchieebene.“ Die Wirtschaftswoche schätzt das Einstiegsgehalt auf 40 000 Euro, der Focus auf 4 000 Euro monatlich.

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