Kurse Social Media-Marketing Twittern lernen

Kurse Social Media-Marketing - Twittern lernen

Kurse über die Kommunikation via Facebook und Twitter sind derzeit der Renner. Die Stiftung Warentest hat drei von ihnen besucht. Fazit: Die Teilnahme macht Neulinge sicherer im virtuellen Miteinander.

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Social Media für das Unternehmen nutzen

Vorstellungsrunde einmal anders: Statt die Teilnehmer zu Beginn des Kurses über sich selbst ein paar Worte sagen zu lassen, fordert die Dozentin die Runde auf, sich zu unterhalten und anschließend den Nachbarn in einem Kurztext mit höchstens 140 Zeichen vorzustellen – als ob er für den Nachrichtendienst Twitter geschrieben sei.

Im Raum sitzen 12 Männer und Frauen, die meisten sind zwischen 35 und 45 Jahre alt und im Beruf seit Jahren etabliert. Alle sind auf der Suche nach einer Antwort auf die eine Frage: Wie kann ich Social Media für mein Unternehmen nutzen?

Eine Frage, die derzeit in fast allen Führungsetagen und Marketingabteilungen diskutiert wird und auf die die meisten klassischen Marketingstrategien keine Antwort geben. Fast überall herrscht Unsicherheit, wie mit den neuen Kommunikationswegen der Kunde erreicht und das Image aufpoliert werden kann. Manch einer fürchtet sich auch vor unkontrollierbaren Aktionen im Netz („shit storm“), andere wollen über das Social Web neue Mitarbeiter suchen, ihren Kundenservice verbessern oder neue Produkte entwickeln.

Anbieter entwickeln neue Kurse

Immer mehr Seminaranbieter erkennen den Bedarf und nehmen Kurse zum Thema Social Media ins Programm. Besonders zahlreich sind Lehrgänge zum Thema Social Media-Marketing. Die Spannweite reicht von Volkshochschulkursen für 35 Euro bis zu Lehrgängen von privaten Anbietern für weit über 2 000 Euro – alle mit ähnlichen Lehrgangsbeschreibungen.

Die Stiftung Warentest wollte wissen: Was ist von diesen Kursen, die überall scheinbar über Nacht aus dem Boden gestampft werden, zu halten? Können sie in ein bis drei Tagen wirklich eine brauchbare Einführung in die schöne neue Welt der Social Media geben?

Wir haben exemplarisch vier Kurse ausgesucht, die unsere Tester im Frühjahr 2011 verdeckt besuchen sollten: einen zweitägigen Volkshochschulkurs für etwa 50 Euro, einen dreitägigen Präsenzkurs für 440 Euro, einen zweitägigen Präsenzkurs für knapp 1 050 Euro und einen Onlinekurs mit acht Terminen über drei Monate verteilt für gut 1 600 Euro. Da der günstige Volkshochschulkurs bereits Monate im Voraus ausgebucht war, konnten die Tester nur an den drei restlichen Kursen teilnehmen.

Die wichtigsten Inhalte behandeln alle

Gleichzeitig haben wir von einem Experten ein Anforderungsprofil für Kurse zum Thema Social Media-Marketing erarbeiten lassen. Welche Inhalte demnach auch ein nur wenige Tage dauernder Lehrgang auf jeden Fall ansprechen sollte, zeigt die Checkliste „Was ein ein guter Kurs vermitteln sollte“. Kurz und bündig: Ein Kurs muss einen Überblick über die verschiedenen Social Media-Dienste geben, die Besonderheiten der viralen Kommunikation (von Nutzer zu Nutzer) darstellen, die wichtigsten rechtlichen Fallstricke ansprechen und das Handwerkszeug für Planung und Umsetzung einer eigenen Social Media-Strategie vermitteln.

Alle von uns besuchten Kurse wurden diesen Anforderungen gerecht. Nicht nur unsere Tester selbst, auch andere Teilnehmer fühlten sich nach Kursende gut auf ihre Arbeit mit den sozialen Netzwerken vorbereitet. O-Ton einer Testerin: „Ich hatte nach dem Kurs das Gefühl, gleich loslegen zu können.“ Besonders umfassend waren die Inhalte beim Onlinekurs.

Im Onlinekurs fehlte das Feedback

An den beiden Präsenzkursen gab es auch methodisch wenig auszusetzen: Sie zeigten sich teilnehmer- und praxisorientiert. Die Dozenten ließen die Teilnehmer allein oder in der Gruppe Aufgaben lösen, verzichteten auf lange Monologe, förderten den Dialog der Teilnehmer untereinander und gingen sehr detailliert auf Fragen ein.

Einzig im Onlinekurs fühlte sich unsere Testerin nicht ganz so gut aufgehoben. Er bestand aus mehreren aufgezeichneten Vorlesungen, die die Teilnehmer zu einem bestimmten Termin im Internet oder anschließend auf der Lernplattform verfolgen konnten. Parallel zur Vorlesung lief ein Chat, in dem der Dozent Fragen beantwortete. Übungen und Gruppenarbeit fanden direkt in Xing und auf Facebook statt. Der Veranstalter moderierte das aber kaum. „Wir sollten kleine Texte für Facebook verfassen, aber außer von den anderen Teilnehmer gab es dazu kein Feedback“, kritisiert unsere Testerin.

Theorie und Praxis

Für die von uns besuchten Kurse ergibt sich damit folgendes Bild: Der Onlinekurs vermittelte eher den theoretischen Überbau, die Präsenzkurse beschäftigten sich vor allem mit der praktischen Umsetzung. Wer auf der Suche nach dem richtigen Kurs ist, sollte also vorher genau klären, welche Ziele er mit dem Kurs verfolgt (siehe Tipps)

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3 Kommentare Diskutieren Sie mit

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mre am 10.11.2011 um 11:42 Uhr
Was ist anerkannt bei Arbeitgebern?

Ich muss KaySteeger recht geben. Einen Test ohne das Produkt zu kennen macht keinen wirklichen Sinn. Ich bin seit einem halben Jahr auf der Suche nach einem seriösen Anbieter für eine Social Media Weiterbildung und habe noch keinen Anhaltspunkt welche Anbieter anerkannt und seriös sind. Da hatte ich mir von diesem Test auch etwas mehr erhofft. Vielleicht finden sich hier ja Leute, die von ihren Erfahrungen berichten können oder Arbeitgeber die mit Social Media Weiterbildungen schon gute oder schelchte Erfahrungen gemacht haben. Das würde am Ende mehr weiterhelfen als der Artikel (der ohne Frage trotzdem gut ist).
MfG

Profilbild Stiftung_Warentest am 31.08.2011 um 18:50 Uhr
Social Media-Marketing

@KaySteeger: Welche Anbieter sich die Tester angeschaut haben, können wir leider nicht benennen. Es handelt sich nicht um einen vergleichenden Test, sondern um eine umfassende Darstellung des Themas an sich - ohne Beurteilungen einzelner Anbieter.

KaySteeger am 30.08.2011 um 16:28 Uhr
Welche Kurse wurden getestet?

Ich hätte gerne gewusst, welche Kurse es waren. Gerade bei dem Online-Kurs wäre der Anbieter interessant gewesen.
Finde es zudem untypisch, dass Stiftung Warentest etwas testet und nicht verrät, welches "Produkt" es war.
Das war eigentlich mein Kaufgrund dieses Artikels.
Gruß, Kay Steeger

KaySteeger am 30.08.2011 um 16:27 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.