Was aus der guten alten Kur geworden ist

Mit der Gesundheitsreform 2000 ist das Wort "Kur" endgültig aus dem Gesetz verschwunden. Ersetzt wurde es durch die Begriffe "Rehabilitation" und "Vorsorge".

Rehabilitation (Reha).

Das sind die Maßnahmen, die für die berufliche oder soziale Eingliederung eines Erkrankten sorgen sollen.

Vorsorge.

Das Wort steht für Maßnahmen, die eine Krankheit verhindern oder lindern sollen.

Ambulante Vorsorge.

Das ist die klassische dreiwöchige Bäderkur der Krankenkasse an einem anerkannten Kurort. Die Kasse zahlt 85 Prozent der Kurmittel wie Massagen und Packungen. Zu den Unterbringungs- und Fahrtkosten zahlt sie bis 15 Mark (30 Mark bei Kindern) täglich dazu. Für ambulante Vorsorge müssen die Arbeitnehmer Urlaub nehmen.

Der anerkannte Kurort kann auch im EU-Ausland liegen. Allerdings muss es bei der Sozialversicherung des Landes eine der deutschen Kur vergleichbare Leistung geben. Die gibt es zum Beispiel in Italien, nicht aber in Spanien. Die Kasse übernimmt dann ärztliche Behandlungskosten bis 500 Euro.

Kompaktkur.

Das ist eine besondere Form der ambulanten Vorsorge. Sie zeichnet sich durch einen dichten Therapieplan und stärkere Gesundheitsschulung aus. Die Kassenzuschüsse für die Kompaktkur sind genauso hoch wie bei der ambulanten Vorsorge.

Ambulante Reha.

Die stundenweise Behandlung in einer Vertragsklinik oder einem Rehazentrum der Krankenkasse können nur Kassenmitglieder beanspruchen, die nicht Mitglied der Rentenversicherung sind. Das sind zum Beispiel Rentner und freiwillig versicherte Selbstständige.

Wenn ein Rehazentrum in Wohnortnähe ist, kann die Kasse diesen Patienten eine "Kur von zu Hause aus" genehmigen. Der Patient muss 14 Tage lang eine Eigenbeteiligung von 17 Mark (West) oder 14 Mark (Ost) pro Tag zahlen. Die Fahrtkosten muss der Patient bis 25 Mark pro Fahrt selber bezahlen. Die darüber liegenden Kosten zahlt die Kasse.

Teilstationäre Reha.

Das ist die ambulante Reha für Mitglieder der Rentenversicherung. Die Patienten wohnen zu Hause. Die Behandlung unterscheidet sich nicht von der stationären Rehabilitation (siehe unten). Die Arbeitnehmer gelten während der Maßnahme als arbeitsunfähig. Ist die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber ausgelaufen, zahlt die Rentenversicherung während der Rehamaßnahme das "Übergangsgeld", das in etwa dem Krankengeld entspricht. Die Rentenversicherung übernimmt pro Tag Fahrtkosten in Höhe der Bahnfahrt zweiter Klasse. Die Kur von zu Hause aus ist zuzahlungsfrei.

Stationäre Reha.

Das ist die klassische dreiwöchige Kur für Arbeitnehmer, die von der Rentenversicherung übernommen wird. Sie wird nur genehmigt, wenn der Arbeitnehmer bereits so krank ist, dass innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre eine vorzeitige Berentung wegen Erwerbsunfähigkeit droht. Der Arbeitnehmer ist krankgeschrieben und bekommt nach der Lohnfortzahlung Übergangsgeld. Eigenbeteiligung des Patienten 17 Mark (West) oder 14 Mark (Ost) pro Tag.

Stationäre Anschluss-Rehabilitation.

Früher hieß diese Maßnahme "Anschluss-Heilbehandlung (AHB)". Die AHB können nur Patienten in Anspruch nehmen, die nach der Behandlung einer schweren Krankheit wie Herzinfarkt und großen Operationen nicht vom Krankenhaus direkt nach Hause entlassen werden können.

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