Kundendaten von Versicherten Meldung

Jetzt kommt Licht in die verschwiegene Liste der Versicherer, in der negativ aufgefallene Kunden landen. Versicherte erhalten ab morgen Post, wenn sie in das „Hinweis- und Informationssystem“ (HIS), eingetragen werden. test.de nennt Einzelheiten.

Wer auf die Liste kommt, wird angeschrieben

Kunden werden ab 1. April vom Versicherungsunternehmen informiert, wenn es die Pesonalien an das „Hinweis- und Informationssystem“ (HIS), früher Uniwagnis genannt, meldet. Dort sind Versicherte registriert, wenn sie negativ auffallen. Das kann der Fall sein, wenn sie von ihrem Versicherer mehrere Schäden kurz hintereinander regulieren lassen oder wenn ein kaskoversicherter Autofahrer einen Neuwagen inklusive Papieren als gestohlen meldet. Erst nach fünf Jahren wird ein HIS-Eintrag automatisch wieder gelöscht.

Versicherte müssen beim GDV nachfragen

Auch Kunden, die vermuten, bereits im zentralen Datenspeicher eingetragen zu sein, können nun vom GDV prüfen lassen, ob das tatsächlich der Fall ist. Anzeichen dafür sind, dass Versicherer den Kunden nur teurere Policen oder gar keine gegeben haben. Vom Verband erfahren Kunden jedoch nur, ob es einen Eintrag gibt und wer ihn veranlasst hat. Warum und weshalb, müssen Kunden beim jeweiligen Versicherer erfragen. Sie sind laut Gesetz zur Auskunft verpflichtet.

Tipp: Fragen Sie schriftlich an beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Hinweis- und Informationssystem, Wilhelmstraße 43/43 G, 10117 Berlin. Legen Sie eine Kopie Ihres Personalausweises bei.

9,5 Millionen Einträge in Warndatei

Rund 1,8 Millionen mal im Jahr setzen Versicherer Kunden auf die Warndatei des GDV. Insgesamt enthält die Datei etwa 9,5 Millionen Datensätze zu Auto-, Unfall-, Rechtsschutz-, Sach- Lebens-, Berufsunfähigkeits- und Haftpflichtversicherung sowie Pflegerente. Dahinter verbergen sich Versicherte und Antragsteller. Ausnahme Kfz-Versicherungssparte: Hier wird jedes gestohlene Fahrzeuge als Datensatz registriert. Eine Gesellschaft trägt einen Kunden in HIS ein, wenn die Merkmale einer oder mehrerer Schadensmeldungen dem von der Assekuranz geheim gehaltenen Kriterienkatalog für auffällige Risiken ähneln. Krankenversicherte werden allerdings nicht gemeldet.

Die meisten Versicherten sind im Ungewissen

Die Versicherer haben die Warndatei 1993 eingerichtet, um sich vor Betrügern zu schützen. Ähnlich wie beim Datensammler Schufa, der die Zahlungsfähigkeit von Bankkunden für das Kreditgewerbe ermittelt, soll die Zentraldatei der Versicherer Kunden mit hohem Risiko registrieren. Doch bisher wusste kaum ein Kunde, dass er auf der Warnliste ist.

Warnsystem schließt Kranke aus

In der Warndatei landen aber auch unbescholtene Antragsteller. Wer etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt und Asthma oder eine psychische Erkrankung hat, kann gewiss mit einem „Listenplatz“ rechnen. Das führt dazu, dass der Kunde auch von vielen anderen Gesellschaften nur einen teuren oder gar keinen Vertrag erhält. Nach fünf Jahren könnte es der ausgeschlossene Patient erneut probieren. An diesem Eintragsverfahren der Versicherer hat sich nichts geändert.

Tipp: Forschen Sie bei den Versicherern nach, die Sie abgelehnt haben, weshalb sie Sie in HIS eingetragen haben. Sollte Ihre Krankheit ausgeheilt sein, können Sie mit einem neuen Gesundheitszeugnis das Streichen oder Sperren Ihres Datensatzes veranlassen

Gnade für Kunden mit Rechtsschutz

Neue Regeln gelten ab April auch bei Einträgen für Rechtsschutzkunden: Eine Meldung in HIS ist nur noch möglich, wenn sich ein Versicherter von seiner Gesellschaft vier Streitfälle innerhalb von 12 Monaten bezahlen lässt. Bisher war Kunden ein Eintag im Datenspeicher sicher, wenn die Assekuranz zweimal binnen Jahresfrist einen Rechtsstreit gezahlt hat.

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