Kundendaten Meldung

Lange hielten die Versicherer ihre schwarze Liste unliebsamer Kunden geheim. Jetzt bekommen die Versicherten Auskunft.

Datenschutz. Versicherte erhalten ab April eine Nachricht vom Versicherer, wenn sie von diesem Unternehmen in das Hinweis- und Informationssystem (HIS) des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gemeldet werden. Die Gesellschaften müssen auf Druck der Datenschützer ihre schwarze Liste öffentlich machen.

Kundendatei. In der Datei werden Kunden fünf Jahre lang registriert, wenn sie negativ aufgefallen sind. Das kann der Fall sein, wenn sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen und bereits eine Vorerkrankung haben oder wenn einem kaskoversicherten Autofahrer der Neuwagen mit Papieren geklaut wird.

Betrugsverdacht. Die HIS-Datei enthält rund 9,5 Millionen Einträge. Beim Abschluss eines neuen Vertrages kann jeder Versicherer, der dem GDV angehört, den Eintrag des Kunden einsehen. Vor allem Betrügern will die Branche so auf die Spur kommen. Doch selbst Menschen, die nur eine Police beantragen, können in der Datei landen, wenn sie wegen Gesundheitsproblemen als hohes Risiko gelten.

Rechtsschutzkunden. Rechtsschutzversicherer dürfen ihre Kunden künftig nur noch auf die Liste setzen, wenn diese sich vier Streitfälle binnen zwölf Monaten bezahlen lassen. Bisher reichten zwei Streitfälle.

Auskunft. Kunden, die bereits in der HIS-Datei eingetragen sind, werden nicht benachrichtigt. Wer diesen Verdacht hat, kann vom GDV Auskunft verlangen. Vom Verband erfahren Kunden, ob es einen Eintrag gibt und wer ihn veranlasst hat. Den Inhalt müssen sie beim Versicherer erfragen. Er ist zur Auskunft verpflichtet.

Tipp: Fragen Sie schriftlich an beim GDV, Hinweis- und Informationssystem, Wilhelmstraße 43/43 G, 10117 Berlin. Legen Sie eine Kopie Ihres Personalausweises bei.

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