Tipps

Auf Nachfrage billiger. Wenn Sie sich telefonisch oder am Schalter nach Bahnverbindungen erkundigen, sollten Sie gezielt nach „preisgünstigen“ Angeboten fragen. Scheuen Sie sich nicht, freundlich nachzuhaken: „Gehts vielleicht noch billiger?“ Bei vielen Verkäufern wecken Sie so den sportlichen Ehrgeiz, die Schwächen des Bahncomputers zu überbrücken und ein besonders günstiges Angebot zu präsentieren.

Ohne ICE. Auf vielen Strecken sind die ICE-Züge kaum schneller, aber teurer als IC- oder Regionalzüge. Fragen Sie deshalb gezielt nach Verbindungen ohne ICE. Der Komfort ist in anderen Zügen zum Teil sogar besser (zum Beispiel mehr Abteile, mehr Gepäckraum oder Möglichkeit zur Fahrradmitnahme).

Teure Umwege meiden. Die Fahrt mit schnellen ICE-Zügen zwingt oft zu teuren Umwegen und Umsteigen. Erkundigen Sie sich nach möglichst direkten Verbindungen. Kontrollieren Sie es mithilfe einer Landkarte. Wenn auf Ihrem Bahnhof keine Streckennetzkarte aushängt, sollten Sie sich beschweren.

Der Weg ist das Ziel. Während man beim Blick durchs ICE-Fenster oft Tunnel- oder Lärmschutzwände sieht, bieten die Nebenstrecken so manche Augenweide. Dafür lässt sich eine etwas längere Fahrzeit in Kauf nehmen – erst recht, wenn es so viel billiger wird.

Gemeinsam billiger. Wenn Sie Freunde oder Bekannte zum Mitreisen gewinnen, fährt jeder Begleiter zum halben Preis – sogar bei einfacher Fahrt („one way“). Mitfahrerbörsen helfen bei der Suche nach Reisepartnern. Ab 6 Personen winken bei frühzeitiger Buchung Gruppenrabatte bis zu 70 Prozent.

Ländertickets. Suchen Sie im Fahrplan nach Nah- und Regionalverkehrsverbindungen – zum Beispiel mit einem Regionalexpress (RE) oder einer Regionalbahn (RB). In diesen Zügen können Sie und bis zu vier Begleiter montags bis freitags oft die Ländertickets (21 bis 25 Euro) nutzen, die jeweils für ein oder mehrere Bundesländer gelten – ab 9 Uhr bis 3 Uhr am Folgetag und sogar für beliebige Hin- und Rückfahrten.

Wochenend-Ticket. Am Sonnabend oder am Sonntag oft das billigste Angebot: Für 28 Euro können fünf Personen in Nah- und Regionalverkehrszügen einen ganzen Tag lang beliebig viel auf Deutschlands Gleisen umherfahren.

Frühbucher aufgepasst. Das neue Preissystem macht spontanes Reisen zwar oft relativ teuer, aber es belohnt Frühbucher. Wenn Sie sich auf eine ganz bestimmte Verbindung festlegen können, sollten Sie sich die Rabatte frühzeitig sichern (drei Monate vorher sind möglich). In den Hauptverkehrszeiten (am Freitag- und Sonntagnachmittag, Ferienanfang und -ende) können die Kontingente schnell verkauft sein. Aber Vorsicht: Umtausch und Rückgabe sind sehr teuer. Notfalls besser weiterverkaufen.

40-Prozent-Hürde überwinden. Den Maximalrabatt von 40 Prozent gibts nur, wenn Sie die Reise so planen, dass zwischen Hin- und Rückfahrt mindestens eine Nacht von Sonnabend auf Sonntag liegt. Und wenn Sie hin und zurück auf derselben Strecke fahren und zumindest abschnittsweise einen Fernzug nutzen.

Bahncard vor allem für Familien. Die neue Bahncard hilft Vielfahrern zwar meist weniger als die alte (statt 50 nun 25 Prozent Rabatt). Aber die Rabatte sind nun kombinierbar. Vor allem Familien mit Kindern sollten zugreifen: Kauft ein Elternteil die Bahncard (für 60 Euro), erhalten Ehepartner und alle Kinder bis 17 Jahre als Zugabe (für jeweils 5 Euro) vollwertige eigene Bahncards, mit denen sie auch allein (mit 25-prozentiger Ermäßigung) reisen können.

Vorher schlau machen. Bevor Sie eine Fahrkarte kaufen, sollten Sie sich informieren. Den besten Überblick über Zug­angebot, Preise und Alternativen bietet das Internet. Auskünfte gibts auch am Telefon unter 11 8 61, aber zum stolzen Preis von etwa 0,62 Euro pro Minute. Kunden mit Bahncard können 0 180 5/ 34 00 35 wählen (0,12 Euro pro Minute). Am Bahnhof erhält man die Infos gratis und kann außerdem nach Infomaterial fragen. Empfehlenswert sind insbesondere das Fahrplanheft „Städteverbindungen“ und die Broschüre „Bahnreisen. Angebote. Services.“

www.bahn.de pfiffig nutzen. Im ersten Anlauf nennt die Bahn im Internet oft nur ihre schnellen und teuren ICE-Verbindungen. Wechseln Sie bei Bedarf die „Verkehrsmittelwahl“ von „alle Produkte“ auf „ohne ICE“ oder „nur Nahverkehr“. Alternativ können sie „Erweiterte Suche“ anklicken und dort das Feld „möglichst preisgünstig“ aktivieren.

Dem Zug eine Chance geben. Trotz aller Kritik: Die Bahn ist das umweltverträglichste und sicherste Verkehrsmittel. Überlegen Sie bei Ihrer nächsten Reise, ob der Zug eine Alternative ist. Auch diejenigen, die nie oder selten die Bahn nutzen, sollten sie testen.

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