Kundenberatung Meldung

Justizministerin ­Brigitte Zypries ­öffnet den Markt der Rechtsberatung.

Hilfestellung in Rechtsfragen ist ab Mitte 2007 kein Monopol der Anwälte mehr. Ab Sommer darf zum Beispiel ein Architekt seinen Kunden informieren, wer unter welchen Bedingungen für Pfusch an seinem Bau haftet. Und eine Bank kann einem Firmenchef bei der Gestaltung der Unternehmensnachfolge helfen.

Das Monopol für eine umfassende Rechtsberatung und für die Vertretung vor Gericht bleibt den Anwälten nach den Plänen von Justizministerin Brigitte Zypries aber erhalten. So kann der Deutsche Anwaltverein mit dem Regierungsentwurf für ein neues Rechtsdienstleistungsgesetz nach eigenem Bekunden leben. Die Anwälte fordern aber noch Änderungen. Was im Detail zur „Rechtsdienstleistung“ gehört, die als Nebenleistung von Rechtslaien erbracht werden darf, sei noch nicht ausreichend geklärt.

Nach den aktuellen Plänen wäre es einem Kfz-Meister erlaubt, ­seinem Kunden die Korrespondenz mit dem Versicherer des Unfallgegners abzunehmen und für ihn pauschal Schadenersatz geltend zu machen. Das kann guter Service sein. Doch wenn der Meister nicht die aktuellen Urteile zum Schadensrecht kennt, kann er Ansprüche seines Kunden leicht übersehen. Diese Risiken sieht offenbar auch der Bundesrat, und so wird an Details noch gefeilt.

Als sicher gilt, dass die Rechtsschutzversicherer nicht vom neuen Gesetz profitieren werden. Sie hatten gehofft, selber Rechtsberatung anbieten zu dürfen und einen Teil der Kosten für Anwälte zu sparen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 79 Nutzer finden das hilfreich.