Künst­liche Befruchtung Meldung

Bisher bezu­schussen die gesetzlichen Krankenkassen eine künst­liche Befruchtung nur für Ehepaare. Bundes­familien­ministerin Manuela Schwesig möchte dies ändern und hat die Kassen aufgefordert, auch unver­heiratete Paare bei der Kinder­wunsch­behand­lung finanziell zu unterstützen. Vor­erst gewährt der Bund ihnen einen Zuschuss – allerdings nur in einigen Bundes­ländern.

Sechs Bundes­länder helfen bei Kinder­wunsch

Paare ohne Trau­schein können den Zuschuss für eine Kinder­wunsch­behand­lung ab jetzt erhalten, wenn sie in einem dieser sechs Bundes­länder wohnen: Berlin, Meck­lenburg-Vorpommern, Nieder­sachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In diesen Ländern gibt es entsprechende Vereinbarungen des Bundes mit den Landes­regierungen. Je nach Bundes­land bekommen unver­heiratete Paare einen Zuschuss in Höhe von bis zu 12,5 Prozent der Behand­lungs­kosten für die erste bis dritte Kinder­wunsch­behand­lung. Beim vierten Versuch gibt es bis zu 25 Prozent. Weitere Informationen finden Interes­sierte auf dem Informationsportal Kinderwunsch des Bundes­familien­ministeriums.

Verheiratete mit Kinder­wunsch erhalten mehr

Dies ist allerdings weniger als Verheiratete von ihrer gesetzlichen Krankenkasse bekommen. Laut Gesetz müssen sie ihnen die Hälfte der genehmigten Behand­lungs­kosten erstatten, egal in welchem Bundes­land sie wohnen. 35 der 75 Kassen in unserem Dauer­test zahlen sogar mehr. Sechs Kassen stocken die Leistung sogar auf die vollen Behand­lungs­kosten auf, wenn sowohl der Mann als auch die Frau bei der jeweiligen Kasse versichert sind. Mehr dazu im Produktfinder Gesetzliche Krankenkasse.

Arzt muss Erfolgs­aussichten bestätigen

Damit die Kasse die Kosten für die Kinder­wunsch­behand­lung über­nimmt, muss der Arzt bestätigen, dass diese Aussicht auf Erfolg hat. Sowohl für Verheiratete als auch für Unver­heiratete gilt: Die Frau darf höchs­tens 39 Jahre und der Mann höchs­tens 49 Jahre alt sein.*

„Kinder­wunsch darf nicht am Geld scheitern“

Eine künst­liche Befruchtung ist teuer. Die Kosten liegen je nach Behand­lungs­form bei bis zu 4 500 Euro. „Der Kinder­wunsch von Eltern darf nicht am Geld scheitern“, sagte Familien­ministerin Schwesig bei der Vorstellung der finanziellen Förderung für Unver­heiratete. „Deshalb müssen wir Paare mit unerfülltem Kinder­wunsch unterstützen – egal, ob sie verheiratet sind oder nicht.“ Es sei nicht zeitgemäß, unver­heiratete Paare dabei anders zu behandeln als Verheiratete. Nimmt man die Ministerin beim Wort, kann der Zuschuss in Höhe von maximal 12,5 Prozent der Behand­lungs­kosten nur ein erster Schritt sein.

* Passage korrigiert am 25. Januar 2016

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