Künstliche Befruchtung Meldung

In die etwa 0,1 Millimeter große Eizelle wird eine mehr als hundertmal kleinere Samenzelle eingespritzt. Dieses Verfahren zur künstlichen Befruchtung heißt ICSI: intracytoplasmatische Spermieninjektion.

Der private Krankenversicherer eines zeugungsunfähigen Mannes muss die kompletten Kosten einer künstlichen Befruchtung übernehmen. Dies hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az. IV ZR 25/03). Damit gab er einem Kläger Recht, der verlangt hatte, dass sein Versicherer auch die Behandlung seiner gesunden, gesetzlich krankenversicherten Frau bezahlt.

Zur Begründung hieß es, ohne die Mitbehandlung der Frau wäre die Befruchtung im Reagenzglas insgesamt „sinnlos“. Sie wäre wegen fehlender Eizellen unmöglich. Die Behandlung des Mannes allein sei also nicht zur Linderung seiner Krankheit, als die die Unfruchtbarkeit angesehen wird, geeignet.

Möglicherweise muss die gesetzliche Krankenkasse der Frau dem Privatversicherer die Kosten für deren Behandlung erstatten. Über einen Kostenausgleich hatte der Senat hier jedoch nicht zu entscheiden.

Das Urteil betraf ein Ehepaar. Unverheiratete Paare bekommen Kosten für eine künstliche Befruchtung allenfalls dann erstattet, wenn organisch bedingte Sterilität vorliegt. Bei ihnen gilt Kinderlosigkeit als solche nicht als Krankheit (Landgericht Berlin, Az. 7 O 433/02).

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