Künst­liche Befruchtung Meldung

Höchst­richterlich entschieden: Die Kosten für eine Kinder­wunsch-Behand­lung gelten als außergewöhnliche Belastung.

Der Bundes­finanzhof (BFH) hat die Diskriminierung von Frauen beendet, die in einer gleich­geschlecht­lichen Part­nerschaft leben und sich Kinder wünschen. Durch­gesetzt hat sich eine Frau aus Münster. Sie kann nun rund 8 500 Euro für ihre Kinder­wunsch-Behand­lung als außergewöhnliche Belastung in ihrer Steuererklärung für das Jahr 2011 absetzen (Az. VI R 47/15).

Außergewöhnliche Belastung?

Zuvor hatten sowohl das Finanzge­richt Münster als auch das zuständige Finanz­amt die Kosten nicht als außergewöhnliche Belastung akzeptiert, da in einer gleich­geschlecht­lichen Part­nerschaft eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege ausgeschlossen ist (Az. 6 K 93/13 E). Deshalb wandte sich die Frau im Jahr 2015 an die Bundes­regierung – allerdings vergeblich.

BFH: Kosten für künst­liche Befruchtung sind Krank­heits­kosten

Der Bundes­finanzhof entschied nun, dass die Klägerin die Kosten für die künst­liche Befruchtung mit Samen eines anonymen Spenders als Krank­heits­kosten absetzen kann. Unerheblich ist, dass sie in einer dänischen Klinik behandelt wurde, denn die Behand­lung entsprach den Richt­linien der ärzt­lichen Berufs­ordnungen in Bayern, Berlin und Brandenburg und Hessen.

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