Lässt ein Wohnungsunternehmen einem Mieter durch einen Anwalt kündigen, darf es vom Mieter nicht ohne weiteres das Geld für die Anwaltsrechnung verlangen. Das hat das Landgericht Gießen im Fall der Wohnungsgesellschaft „Deutsche Annington“ entschieden. Sie hatte einen Anwalt damit beauftragt, einem ihrer über 200 000 Mieter zu kündigen, weil dieser nicht pünktlich zahlte. Der Anwalt war nicht erforderlich, meinte das Gericht. Das Unternehmen hätte ohne weiteres selbst kündigen können (Az. 1 S 71/09).

Benötigt ein Vermieter dagegen anwaltliche Hilfe, weil es ihm an Erfahrung und juristischen Kenntnissen fehlt, kann er dem säumigen Mieter die Kosten des Anwalts für eine rechtmäßige Kündigung in Rechnung stellen. So sieht es zum Beispiel das Landgericht Heidelberg (Az. 5 S 79/07).

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