Nicht jeder kleine Diebstahl rechtfertigt eine fristlose Kündigung. Die Rechtsprechung habe sich geändert, erklärte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg und verwies auf den „Emmely“-Fall, wo das Bundesarbeitsgericht die Entlassung einer Supermarkt-Kassiererin wegen 1,30 Euro abgelehnt hatte. Im vorliegenden Fall ging es um eine Zugabfertigerin, die zum 40-jährigen Dienstjubiläum 250 Euro Bewirtungskosten abgerechnet hatte, obwohl es nur 90 Euro waren. Durch diese einmalige Verfehlung werde nicht gleich das in der langjährigen Betriebszugehörigkeit entstandene Vertrauen zerstört, meinten die Richter. Außerdem hatte die Frau alles zugegeben und keine falschen Angaben gemacht oder Kollegen beschuldigt (Az. 2 Sa 509/10).

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